Economiesuisse rechnet für 2013 mit BIP-Wachstum von 1,0 %

Weltwirtschaft Entwicklung

Zürich – Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse rechnet für 2013 in der Schweiz insgesamt mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,0%, für 2014 prognostiziert er mit +1,5% etwas mehr. Die Prognose für dieses Jahr wurde gegenüber derjenigen vom letzten Dezember (+0,6%) etwas erhöht, die Schätzungen für nächstes Jahr sind dagegen neu. Insgesamt bleiben die Konjunkturrisiken für die Schweiz nach Einschätzung des Verbandes hoch.

Das relativ schwache Wachstum im laufenden Jahr begründet er in einer Mitteilung vom Dienstag damit, dass die europäische Konjunkturlokomotive Deutschland stottere und zusehends von der Rezession in Südeuropa belastet werde. Die Schweizer Exportwirtschaft behauptet sich zwar relativ gut, doch stelle die stärkere Ausrichtung auf aussereuropäische Märkte eine grosse Herausforderung dar.

Wohnungsbau wird keine starken Wachstumsimpulse mehr auslösen
Auf der anderen Seite werde die Binnenkonjunktur von den Faktoren Reallohnerhöhung, Zinsniveau und Preisstabilität gestützt. Hingegen komme der Wohnungsbau allmählich an einen Plafond und werde auf hohem Niveau keine starken Wachstumsimpulse mehr auslösen. Gerade in attraktiven Regionen begrenzen Baulandknappheit und schleppende Baubewilligungsverfahren den Wohnungsbau, zudem wird der Zweitwohnungsstopp die Bautätigkeit in Tourismusregionen spürbar bremsen. Weiterhin ein stabiler Wert ist laut Economiesuisse dafür das Gesundheitswesen, das auch dieses und nächstes Jahr kontinuierlich wachse.

Wachstumstreiber für 2014 verändern sich
Für nächstes Jahr dürften die Wachstumstreiber allerdings wechseln. Die einfache Wachstumsformel für das erste Halbjahr 2013 – «Binnenwirtschaft treibt, Exportwirtschaft stagniert» – verändere sich, heisst es. Das Wachstum der Binnenwirtschaft werde an Kraft verlieren, während die Exportwirtschaft künftig wieder einen klaren Wachstumsbeitrag liefern sollte.

Exportmärkte dürften etwas Schwung erhalten
Im Binnenmarkt dürften 2014 die Preise nicht mehr merklich sinken, es würden im Vergleich zu 2013 weniger neue Stellen geschaffen, und die Bautätigkeit stagniere auf hohem Niveau, so der Verband weiter. Demgegenüber sollten die Exportmärkte endlich etwas Schwung erhalten, sofern sich die Konjunktur in Europa stabilisiere. Allerdings sei eine Stabilisierung alles andere als sicher: «Hier ist oft der Wunsch Vater des Gedankens», meint Economiesuisse dazu und nennt die strukturellen Probleme in vielen europäischen Ländern, die nach wie vor ungelöst seien.

Die USA sei in der Problemlösung zwar einen Schritt weiter, doch die Wachstumsmöglichkeiten würden hier durch den notwendigen Defizitabbau limitiert. Das wahrscheinlichste Szenario sei unter diesen Voraussetzungen, dass sich in den nächsten Monaten positive und negative Nachrichten aus dem Ausland abwechseln werden. Die Konjunkturrisiken bleiben gemäss Einschätzung des Verbandes entsprechend hoch.

Bezüglich Inflation und Arbeitslosigkeit geht Economiesuisse weiter von relativ tiefen Werten aus. Die Inflation dürfte nach einem Minus von 0,1% nächstes Jahr zwar wieder ins Positive vorstossen, mit +0,2% aber im Jahresdurchschnitt tief bleiben. Die Arbeitslosenquote dürfte derweil 2014 nochmals leicht auf 3,1% sinken.

Weltkonjunktur als Hauptrisiko
Das Abwärtsrisiko Nummer Eins der Schweizer Konjunktur bleibe ein verstärkter Rückgang der Weltkonjunktur, heisst es bei Economiesuisse. Neben einem Wiederaufflammen der Euro-Krise könne auch Japan die Märkte belasten. Zudem könne alleine schon die Ankündigung eines Exits aus der ultra-expansiven Geldpolitik in vielen Staaten dazu führen, dass die langfristigen Zinsen steigen und Blasen im Immobilien-, Anleihen- oder Aktienmarkt platzen würden. (awp/mc/pg)

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