Electrolux baut in Produktionswerk Schwanden bis zu 80 Stellen ab

Electrolux-Produktionswerk Schwanden (GL)

Montagearbeiten im Electrolux-Produktionswerk Schwanden (GL). (Bild: Electrolux)

Zürich – Electrolux will das Produktionswerk in Schwanden (GL) auf eine neue Basis stellen. In Zukunft sollen dort vor allem hochwertige Produkte für den Markt Schweiz produziert werden. Mit der geplanten Fokussierung auf das Premium-Segment wird es möglich, das bestehende Know-how sowie die vorhandenen Produktionskapazitäten effizienter zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Dank der Neuausrichtung bleiben rund 150 der heute 230 Vollzeitstellen in Schwanden erhalten. Die geplanten Massnahmen können jedoch dazu führen, dass bis Ende 2013 gestaffelt bis zu 80 Vollzeitstellen verloren gehen. Electrolux startet ein Konsultationsverfahren mit der Arbeitnehmervertretung und führt Gespräche über den Sozialplan.

In den letzten Jahren hat sich das Markt- und Wettbewerbsumfeld für die Haushaltgeräte-Branche grundlegend verändert: die Globalisierung hat den Wettbewerbsdruck erhöht und gleichzeitig das Preisniveau gesenkt. Der starke Schweizer Franken hat die Situation zusätzlich verschärft und das Inland- und Exportgeschäft negativ beeinflusst. Diesen Veränderungen kann sich auch das Electrolux-Produktionswerk Schwanden nicht entziehen.

Exportrückgang um rund 70 Prozent erfordert tiefgreifende Massnahmen
Die heutige Fertigung in Schwanden ist im internationalen Bereich nicht mehr konkurrenzfähig. Die Exporte sind in kurzer Zeit um über 70 Prozent eingebrochen: 2008 wurden noch 39 Prozent der Produktion exportiert, im laufenden Jahr sind es unter 11 Prozent. Massgeblich zum Exportrückgang beigetragen haben der Markteintritt von Mitbewerbern in Europa im Tiefpreis-Segment und hauptsächlich der unvorteilhafte Wechselkurs des Schweizer Frankens.

Neuausrichtung der Produktion in Schwanden legt Grundlage für Zukunft
Electrolux will deshalb die Fertigung in Schwanden auf ausgewählte hochwertige und innovative Premium-Produkte in den Bereichen Einbaukochgeräte und Oberflächenkochen ausrichten, um so die Nachfrage der anspruchsvollen Schweizer Kunden nach solchen Geräten optimal zu befriedigen. Die bislang in Schwanden angesiedelte Produktion der AEG-Einbaukochgeräte sowie von Electrolux-Geräten im unteren Komfort-Segment für den Schweizer Markt soll hingegen eingestellt bzw. nach Rothenburg (Deutschland) verlagert werden.

Damit die Kosten am Standort Schwanden wettbewerbsfähig werden, sollen die operativen Prozesse mit dem Produktionswerk Rothenburg zusammengeführt werden. Die administrativen Tätigkeiten wer-den künftig für beide Standorte von Rothenburg aus erbracht. Logistik und Produktion sollen in Schwanden und Rothenburg in identischen Prozessen abgebildet und gesamtheitlich optimiert werden, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden.

Konsultationsverfahren als nächster Schritt
Electrolux hat Mitarbeitende, Sozialpartner, Behörden und Kunden über die Pläne informiert. Die Arbeitnehmervertretung hat im Rahmen eines Konsultationsverfahrens die Möglichkeit, eigene Vorschläge für die Zukunft der Fertigung in Schwanden einzureichen sowie Gespräche über einen Sozialplan zu führen.

Wie viele Entlassungen notwendig sein werden, hängt von mehreren Faktoren ab: vom Ausgang der Konsultation, von der natürlichen Fluktuation und von allfälligen Frühpensionierungen. Electrolux will die betroffenen Mitarbeiter mit einem fairen Sozialplan und weiteren Massnahmen bei der beruflichen Neuorientierung unterstützen und ihnen wenn möglich andere Arbeitsplätze innerhalb der Gruppe anbieten.

Den 24 Lernenden in Schwanden sichert Electrolux zu, dass sie ihre Ausbildung ordnungsgemäss durchlaufen können.

Electrolux Swissline weiterhin aus Schweizer Produktion
«Der geplante Stellenabbau ist schmerzlich, aber notwendig für den Erhalt des Standortes Schwan-den», sagt Peter Barandun, VR-Präsident der Electrolux Schwanden AG: «Im heutigen Wirtschaftsum-feld ist die Produktion in Schwanden nicht mehr konkurrenzfähig, auch mit Blick auf die künftigen Marktentwicklungen». Peter Barandun betont: «Dank der Neuausrichtung werden die Geräte unserer Premium-Marke Electrolux Swissline auch künftig aus Schweizer Produktion stammen, denn wir wollen weiterhin auf die anspruchsvollen Bedürfnisse unserer Schweizer Kunden eingehen. Besonders wichtig ist und war bei sämtlichen Überlegungen, dass wir mit den geplanten Massnahmen einer Mehrheit der Mitarbeitenden in Schwanden eine Zukunft bei uns geben können.»

Die Schweiz bleibt für Electrolux ein wichtiger Markt. In Sursee (LU) hat Electrolux in den vergangenen zwei Jahren mehr als 30 Millionen Schweizer Franken investiert. Im Januar 2012 wurde dort das neue Produktionswerk für Electrolux Professional (Profi-Küchen und Geräte) in Betrieb genommen. Ebenfalls dort angesiedelt wurde das Center für Forschung und Entwicklung für den Highend-Markt weltweit. Insgesamt beschäftigt Electrolux Schweiz aktuell über 900 Mitarbeitende. (Electrolux/mc/ps)

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