Elma: Schwieriges Marktumfeld belastet Ergebnis

Stephan Bürgin

Elma-CEO Stephan Bürgin.

Wetzikon – Das erste Geschäftshalbjahr 2012 der Elma Gruppe war von einer Abkühlung der Konjunktur und der anhaltenden Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung in der Eurozone geprägt. In diesem Umfeld zeigten sich viele Kunden bei der Vergabe von Aufträgen zurückhaltend. Eine gewisse Entspannung im Vergleich zum Vorjahr war bei der Wechselkursentwicklung zu beobachten. Die Elma Gruppe erzielte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von CHF 55.9 Mio. (Vorjahr: CHF 62.4 Mio.). Dies entspricht einem Rückgang von 10.4%. Währungsbereinigt ging der Umsatz um 11.4% zurück, teilte der Hersteller für Lösungen für den Bau von Gehäusesystemen für die Elektronik am Mittwoch mit.

Der Bestellungseingang verminderte sich um 6.3% auf CHF 56.6 Mio. (Vorjahr: CHF 60.4 Mio.).; währungsbereinigt sank er um 7.4%. Der im Vergleich zum Vorjahr tiefere Umsatz konnte zum Teil durch ein effizientes Kostenmanagement kompensiert werden. Elma schliesst das erste Halbjahr 2012 mit einem EBITDA von CHF 1.8 Mio. und einem EBIT von CHF 0.6 Mio. ab. Auf Stufe Unternehmensergebnis weist Elma einen Verlust von CHF 0.4 Mio. aus.

Angebot an Elektronikschränken ausgebaut
Elma hat im Berichtszeitraum wichtige operative Massnahmen umgesetzt: Mit der Übernahme des Elektronikschrankgeschäfts von Mayville Products Corporation, USA, baute Elma das Angebot an Elektronikschränken aus. Die Akquisitions-und Integrationskosten wurden vollumfänglich im Ergebnis berücksichtigt. Mit der Verbesserung von Prozess-und Produktionsabläufen wurden weitere Fort­schritte erzielt wie auch Qualitätskosten gesenkt.

Analyse der Geschäftsergebnisse des ersten Halbjahres 2012
In allen Regionen bekam Elma die deutliche Kürzung staatlicher Budgets zu spüren. In der Folge wurden bereits erteilte Aufträge zum Teil annulliert oder zeitlich verschoben. Zudem hielten sich verschiedene Kunden mit der Vergabe von grösseren Investitionsprojekten zurück. Der Umsatz in der Region Americas sank im ersten Halbjahr in Schweizer Franken um 7.2%; währungsbereinigt ging der Umsatz um 10.3% auf USD 30.6 Mio. zurück (Vorjahr: USD 34.1 Mio.). Die Region Europe verzeichnete einen Umsatzrückgang von 11.6% auf CHF 24.4 Mio. (Vorjahr: CHF 27.3 Mio.); währungsbereinigt ging er um 10.0% zurück. In der Region Asia sank der Umsatz um 24.2% auf CHF 3.4 Mio. (Vorjahr: CHF 4.5 Mio.); währungsbereinigt entspricht dies einem Rückgang von 26.7%.

Obwohl in allen drei Regionen eine Zunahme von Kundenanfragen zu beobachten war, wirkte sich diese noch nicht positiv auf den Bestellungseingang aus. In der Region Americas blieb der Bestellungseingang mit einem Rückgang von 0.1% gegenüber dem Vorjahreswert stabil, in Lokal­währung gerechnet ging er um 3.4% auf USD 32.4 Mio. zurück (Vorjahr: USD 33.6 Mio.). In der Region Europe sank der Bestellungseingang um 7.3% auf CHF 23.7 Mio. (Vorjahr: CHF 25.5 Mio.); währungsbereinigt ging er um 5.6% zurück. In Asien verlief der Auftragseingang schleppend, was primär auf den Stopp der Hochgeschwindigkeitsbahn-Projekte durch die chinesische Regierung Mitte des letzten Jahres zurückzuführen ist. Er brach um 39.4% auf CHF 3.0 Mio. ein (Vorjahr: CHF 4.9 Mio.); währungsbereinigt sank er um 41.4%.

In den drei Produktlinien zeigte die Umsatzentwicklung im Berichtszeitraum ein gemischtes Bild. Die Produktlinie Rotary Switches konnte das Umsatzniveau mit einem Rückgang von 0.7% auf CHF 9.5 Mio. gegenüber dem Vorjahr von CHF 9.6 Mio. weitgehend halten. Währungsbereinigt war ein Rück­gang von 1.0% zu verzeichnen. Die Kostenoptimierungen der letzten Jahre und ein fester US-Dollar wirkten sich hier positiv auf die Ergebnisse aus. Mit System Solutions erzielte Elma einen Umsatz von CHF 35.6 Mio., was einem Rückgang von 10.6% entspricht (Vorjahr: CHF 39.8 Mio.); währungs­bereinigt sank der Umsatz um 11.9%. Enclosures & Components verzeichnete einen Umsatzrückgang von 16.8% und sank auf CHF 10.8 Mio. (Vorjahr: CHF 13.0 Mio.); währungsbereinigt ging er um 17.2% zurück.

Die Auswirkungen des deutlichen Umsatzrückgangs auf die Profitabilität konnten dank der ergriffenen Sparmassnahmen und Prozessanpassungen zum Teil kompensiert werden. Elma schliesst das erste Halbjahr 2012 mit einem EBITDA von CHF 1.8 Mio. (Vorjahr: CHF 4.1 Mio.) ab; der EBIT erreichte CHF 0.6 Mio. (Vorjahr: CHF 3.0 Mio.). Das Unternehmensergebnis ging auf minus CHF 0.4 Mio. zurück (Vorjahr: plus CHF 1.3 Mio.). Per Bilanzstichtag 30. Juni 2012 wies Elma eine Bilanzsumme von CHF 63.7 Mio. (31.12.2011: CHF 66.1 Mio.) und eine Eigenkapitalquote von 33.4% aus (31.12.2011: 32.1%). Die Nettoverschuldung hat sich in den letzten sechs Monaten um CHF 1.5 Mio. auf CHF 19.3 Mio. erhöht. Dieser Anstieg ist vor allem auf die getätigten Investitionen im Umfang von CHF 1.9 Mio. zurückzuführen, welche ausnahmslos aus eigenen flüssigen Mitteln finanziert werden konnten. Im Stammhaus in Wetzikon/Schweiz konnte der grösste Teil der nicht benutzten Fabrikliegenschaft an Drittfirmen vermietet werden. Dadurch werden ab 2013 Mieteinnahmen von mindestens CHF 450’000 realisiert werden.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Elma Electronic AG hat am 9. Juli 2012 erfolgreich eine Privatplatzierung von CHF 10 Mio. mit einer Gruppe von privaten Investoren abgeschlossen. Die aufgenommenen Mittel werden primär zur Rückzahlung von bestehenden Bankverbindlichkeiten verwendet. Die Privatplatzierung erfolgte in Form eines nachrangigen Darlehens in der Höhe von CHF 10 Mio. mit einer festen Laufzeit von fünf Jahren und einem fixen Zinssatz von 3% p.a.

Ausblick
Das Marktumfeld wird in der zweiten Jahreshälfte sehr herausfordernd bleiben. Im Fokus stehen die Steigerung der Marktleistung und das Angebot attraktiver Dienstleistungen. (Elma/mc/ps)

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