Emmi: Reingewinn sinkt um 4% auf 83,0 Mio CHF

Urs Riedener

Emmi-CEO Urs Riedener.

Luzern – Die Emmi-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr 2011 bei einem leichten Umsatzwachstum einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Allerdings hielt sich dieser trotz Währungsturbulenzen in Grenzen, was laut Emmi der guten Entwicklung der jüngsten Übernahmen und dem strikten Kostenmanagement zuzuschreiben ist. Im laufenden Jahr will die Milchverarbeiterin den Umsatz leicht steigern und die Margen verteidigen.

Der Konzerngewinn der Emmi-Gruppe ging im Berichtsjahr um 3,7% auf 83,0 Mio CHF zurück. Beim Betriebsergebnis (Stufe EBIT) waren es -4,0% auf 130,3 Mio. Die Reingewinn-Marge lag bei 3,0 (VJ 3,2)%, die EBIT-Marge bei 4,8 (5,1)%, wie das Unternehmen am Donnerstag schreibt. Der Generalversammlung vom 3. Mai 2012 wird eine Dividendenausschüttung von unverändert brutto 3,40 CHF je Namenaktie aus Kapitalreserven beantragt. Auf dem Ergebnis lasteten die mit 109,6 (99,2) Mio höheren Abschreibungen und Amortisationen.

A.o. Wertberichtigungen von 15,8 Mio CHF
Darin enthalten seien ausserordentliche Wertberichtigungen von 15,8 Mio, wovon der Trentinalatte-Abschreiber 10,2 Mio ausmachte. Das Finanzergebnis konnte Emmi dank einer umsichtigen Währungsabsicherungsstrategie auf -7,0 Mio von -18,2 Mio im Vorjahr verbessern. Der Steueraufwand fiel mit 23,6 Mio um beinahe 50% höher aus. Der EBITDA verbesserte sich aufgrund des ausserordentlichen Gewinns von 15,9 Mio aus dem Verkauf von Anlagevermögen um 2,4% auf 239,3 Mio. Die entsprechende Marge stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 8,8%. Die Emmi-Zahlen lagen im Rahmen der Konsensschätzungen. Das Unternehmen hatte allerdings bereits im Februar einen EBIT in der Grössenordnung von 130 Mio CHF sowie eine Reingewinnmarge von rund 3% angekündigt.

Bruttomarge gehalten
Den Bruttogewinn aus Betriebstätigkeit steigerte Emmi um 1,6% auf 907 Mio CHF bei einer zum Vorjahr unveränderten Bruttogewinnmarge von 33,3%. Die im zweiten Halbjahr konsequent durchgeführten Preiserhöhungen im Ausland stützten die Marge. Der Betriebsaufwand erhöhte sich um 3,3% auf 685 Mio CHF, wobei der Personalaufwand akquisitionsbedingt um 3,8% auf 345 Mio zunahm. Per Ende 2011 beschäftigte Emmi 3’890 Mitarbeitende gegenüber 3’701 im Vorjahr. Der deutliche Zuwachs hat primär mit der Übernahme des italienischen Dessertherstellers A-27 zu tun. Der Verkaufs- und Marketingaufwand ging um 2,2% auf 108 Mio zurück.

Umsatz legt um 1,4% auf 2,72 Mrd CHF zu
Der Umsatz ist bereits bekannt: Er stieg 2011 um 1,4% auf 2,72 Mrd CHF. Organisch, das heisst bereinigt um Akquisitions- und Fremdwährungseffekte, resultierte ein Rückgang um 1,9%. In der Schweiz sank der Nettoumsatz um 2,1% auf 1,91 Mrd CHF. In den internationalen Märkten erzielte Emmi hingegen eine Umsatzsteigerung von 11% (organisch: +3,2%) auf 811 Mio CHF. Insgesamt hat Emmi 896 Mio Kilogramm Milch verarbeitet. Das sind 23 Mio kg mehr als im Vorjahr. Zudem wurden 40 Mio kg Schweizer Rahm zugekauft und verarbeitet. An den vier Auslandstandorten Trentinalatte und A-27 in Italien sowie Emmi Roth USA und CASP in den USA verwertete Emmi weitere 81 Mio kg Kuhmilch.

2012 Profitabilität im Bereich Vorjahr erwartet

Für 2012 geht Emmi von einem konzernweiten Umsatzwachstum von 2 bis 3% aus. Auf dem Schweizer Markt wird mit einem Rückgang von 1 bis 2% gerechnet, auf den internationalen Märkten mit einem Plus von 10 bis 15%. Diese Zahlen schliessen den Einfluss von bekannten Akquisitionen ein. Erwartet wird ausserdem eine dem Vorjahr vergleichbare Profitabilität, das heisst ein EBIT zwischen 125 und 140 Mio CHF und eine Reingewinnmarge in der Grössenordnung von 3%.

Anhaltender Importdruck auf Inlandmarkt
Für das erste Halbjahr 2012 geht Emmi von konstanten Milchpreisen aus. Bei den übrigen Rohstoffen (Kaffee, Früchte, Getreide) sowie den Verpackungen seien stabile oder allenfalls leicht steigende Preise zu erwarten. Auf dem Schweizer Markt werde der Importdruck aufgrund der Wechselkurssituation weiter anhalten, heisst es. In den wichtigsten Auslandmärkten USA und Deutschland rechnet Emmi mit einer gleich bleibenden Konsumentenstimmung; im Gegensatz zu Südeuropa, wo die Situation verhalten bleiben dürfte. (awp/mc/upd/ps)

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