Autoindustrie lässt den Ems-Motor brummen

Magdalena Martullo-Blocher
Magdalena Martullo-Blocher, VR-Delegierte Ems-Chemie. (Bild: Ems-Chemie)

Konzernchefin Magdalena Martullo-Blocher. (Bild: Ems-Chemie)

Domat/Ems – Die Autoindustrie hat der Ems-Gruppe im ersten Semester 2014 neue Höchstwerte beschert. Beim Umsatz streifte der Spezialchemie-Konzern die Milliardengrenze, das Betriebsergebnis (EBIT) kletterte um fast 18%. Der Nettoumsatz der Ems-Gruppe stieg im ersten Halbjahr um 4,8% auf 999 Mio CHF, wie EMS am Freitag bekannt gab. In lokalen Währungen betrug das Umsatzwachstum sogar 9,3%.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich um 17,5% auf 215 Mio CHF. Die EBIT-Marge erreichte 21,5% des Nettoumsatzes. Mit zum guten Ergebnis beigetragen hat nicht nur das Umsatzwachstum dank innovativer Kunststoff-Produkte, sondern auch die Kostendisziplin.

Immer mehr Kunststoff in den Autos
Weltweit erfolgreich war der Konzern vor allem im Geschäft mit den Autos, in die immer mehr Kunststoffe eingebaut werden. Zulieferungen an die Autoindustrie machten inzwischen fast 60% des Umsatzes aus, sagte Konzernchefin Magdalena Martullo an der Medienorientierung auf dem Werkplatz in Domat/Ems. Und der Markt wächst weiter, am stärksten in China mit zehn Prozent.

Laut Martullo wurden die Geschäfte beflügelt von einer «freundlichen Konjunktur». Sie glaube, dass die Konjunktur weiter freundlich bleibe und keine Trendwende in diesem Jahr erfolge. Und die Aussichten für die Ems-Chemie sind gut, weltweit sind gemäss Martullo 51 neue Autowerke geplant.

Im Zusammenhang mit dem Geschäft mit der Autoindustrie übernahm EMS von den zwei mexikanischen Partnern zwei Drittel der Aktien der Firma Eftec und zahlte dafür acht Millionen Franken. Ein Drittel besass der Konzern im Rahmen eines Joint Ventures bereits. EMS will seine Position des Autozulieferers weiter ausbauen.

Es bleibt freundlich
Für das gesamte 2014 erwartet die Ems-Gruppe laut Konzernchefin Martullo einen leicht höheren Umsatz als im Vorjahr sowie ein leicht überproportional höheres Betriebsergebnis. Die Unternehmensspitze geht für das zweite Halbjahr von einer anhaltend freundlichen Weltkonjunktur aus. EMS setzt eigenen Angaben zufolge konsequent auf die Erschliessung von Marktpotenzialen. Weiter vorangetrieben werden soll die erfolgreiche Strategie der Konzentration auf Spezialitäten bei den Hochleistungspolymeren. Der Markt in China soll wegen der Wachstumschancen dort besonders gepflegt werden.

Absage an EU-Programme
Im Rahmen der Medienkonferenz am Freitag beschäftigte sich die EMS-Chefin ausserdem ausführlich mit der Forschung. Innovation und erfolgreiche Forschung seien der Wohlstandsfaktor, sagte Martullo. Die Schweizer Forschung bezeichnete sie als «top».

Kaum lobende Worte hatte die Tochter des SVP-Strategen Christoph Blocher dagegen übrig für die Kooperationen mit der EU. Die Programme «Erasmus» und «Horizon 2020» bezeichnete sie als teuer und ineffizient. Sie seien keine zusätzlichen Zugeständnisse gegenüber der EU wert: Auf keinen Fall eine institutionelle Anpassung, also die Übernahme von EU-Recht, wie Martullo unterstrich. (awp/mc/upd/pg)

 

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