Ems-Chemie mit Umsatzrückgang

Magdalena Martullo-Blocher
Magdalena Martullo-Blocher, VR-Delegierte Ems-Chemie. (Bild: Ems-Chemie)

Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher. (Bild: Ems-Chemie)

Domat / Ems – Der Spezialchemiekonzern Ems hat in den ersten drei Monaten 2015 nach dem «SNB-Schock» unter negativen Währungseffekten gelitten und die für das erste Quartal publizierten Verkäufe lagen unter den Erwartungen der Analysten. Die Anfang Februar ausgegebene und überraschend zuversichtliche Guidance für 2015 wird am Freitag dennoch bestätigt; zudem wird das Unternehmen in der Schweiz weiter Investitionen tätigen.

Die Verkäufe sanken von Januar bis März um 3,5% auf 479 Mio CHF. In lokalen Währungen wären sie allerdings um 3,3% gestiegen. Mit den vorgelegten Zahlen hat Ems-Chemie die Erwartungen der Analysten verfehlt.

Ems musste zum Jahresauftakt aber auch Preiskonzessionen machen, wurden doch den Angaben zufolge die verkauften Volumen um 8% erhöht. Die durchschnittlich 5,7% tieferen Verkaufspreise begründete ein Firmensprecher auf Anfrage von AWP einerseits mit Veränderungen im Produktemix.

Zur Mehrheit sei der Rückgang aber tieferen Rohstoffpreisen geschuldet, zum Beispiel für Erdöl. Die tieferen Verkaufspreise hätten sich aber nicht auf das Ergebnis der Gruppe ausgewirkt, betonte der Sprecher.

Hochleistungspolymere wachsen weiter
Im Hauptbereich der Hochleistungspolymere verringerte sich der Umsatz in der Berichtsperiode um 2,6% auf 418 Mio CHF, stieg aber um 4,6% in Lokalwährungen (LW). Im Kerngeschäft berichtet das Unternehmen über «erfreuliche Neugeschäfte». Besonders gut entwickelten sich die Geschäfte in der Autoindustrie weltweit, heisst es.

Währungseffekte trafen auch den vorwiegend im Inland produzierenden Nebenbereich Spezialchemikalien: Während der Umsatz in Franken um 9,6% auf 62 Mio CHF zurückging, schrumpfte er in Lokalwährungen um 5,0%. In beiden Sparten hätten die Verkaufsmengen gesteigert werden können, so Ems.

Investitionen in der Schweiz
Aufgrund der «erfreulichen» Verkaufsmengenentwicklung habe sich Ems entschlossen, zusätzliche Investitionen von 35 Mio CHF in einen Kapazitätsausbau am Standort Domat/Ems zu tätigen. Die erste Anlage werde Ende August 2015 ihren Betrieb aufnehmen.

Mit den Investitionen am Schweizer Sitz sei der Aufbau von rund 40 Arbeitsplätzen verbunden, so der Firmensprecher zu AWP. Einen zweiten Investitionsschwerpunkt legt Ems auf China, wo nach Angaben des Sprechers in diesem Jahr 20 Mio CHF vorgesehen seien. Der Aufbau der fünf neuen Standorte verläuft seinen Angaben zufolge «plangemäss».

Ausblick bestätigt
Bestätigt wurde zudem der Ausblick für das Gesamtjahr. Demnach rechnet das Unternehmen in Schweizer Franken mit einem leicht tieferen Umsatz und einen EBIT auf Vorjahreshöhe. Ohne Berücksichtigung der jüngsten Währungsveränderungen erwarte Ems für 2015 unverändert einen höheren Umsatz und ein höheres Betriebsergebnis als im Vorjahr.

Der gegenüber dem Franken und dem US-Dollar klar schwächer gewordene Euro dürfte die europäische Exportwirtschaft erst in den kommenden Monaten positiv beeinflussen, erwartet Ems.

Analysten zeigen sich nicht besorgt wegen des Umsatzrückgangs. Die Aktien von Ems gewinnen am Freitagmorgen im Rahmen des Gesamtmarkts leicht dazu. (awp/mc/upd/ps)

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