Ems-Chemie steigert Umsatz nach 9 Monaten auf 1,49 Mrd Franken

Magdalena Martullo-Blocher
Magdalena Martullo-Blocher, VR-Delegierte Ems-Chemie. (Bild: Ems-Chemie)

Magdalena Martullo-Blocher, VR-Delegierte Ems-Chemie (Bild: Ems-Chemie)

Domat/Ems – Der Spezialchemie-Konzern Ems hat in den ersten neun Monaten 2014 mehr Umsatz erzielt als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Das Wachstum wurde dabei von negativen Währungseffekten geschmälert. Nach einem guten ersten Semester verspürte das Unternehmen zudem im dritten Quartal bereits das deutlich gebremste Wirtschaftswachstum weltweit, was vor allem auf die politischen Unsicherheiten zurückgeführt wird. Am bisherigen Ausblick wird festgehalten.

Der Nettoumsatz wurde um 3,4% auf 1,49 Mrd CHF gesteigert, entsprechend einem Plus in Lokalwährungen (LW) von 7,5%. Der positive Konsolidierungseffekt lag bei 2,3%, wie die Gruppe am Freitag mitteilt. Damit wurden die Erwartungen der Analysten knapp erreicht. Der AWP-Konsens lag bei 1,50 Mrd CHF.

Das Segment Hochleistungspolymere legte dabei um 3,7% auf 1,29 Mrd CHF zu (LW +7,9%). Hier wird neu das Geschäft von Ems-EFTEC in Zentral- und Osteuropa seit dem 1. April 2013 sowie dasjenige in Mexiko seit dem 1. Juli 2014 voll konsolidiert, was bisher nach der Equity-Methode geschah. So ergibt sich ein positiver Konsolidierungseffekt von 2,6%.

Autoindustrie läuft weiter gut
In diesem Segment sei es gelungen, das Geschäft mittels innovativer Prozessmaterialien weiterzuentwickeln und zusätzliche Strukturbauteile mit Hochleistungskunststoffen zu realisieren, schreibt das Unternehmen. Besonders positiv habe sich dabei das wichtige Geschäft mit der Autoindustrie entwickelt. Der Unternehmensbereich Ems-EFTEC habe überdies zusätzliche Marktanteile gewonnen. Insgesamt habe sich das starke Wachstum mit hochmargigen Spezialitäten bei gleichzeitiger Kostendisziplin auch im dritten Quartal erfreulich auf das Ergebnis und die Marge ausgewirkt.

Das Geschäft mit Spezialchemikalien verzeichnete ein Umsatzplus von 1,6% auf 204 Mio CHF (+5,3% in LW). Auch hier habe sich die Umsetzung von strategisch wichtigen, innovativen Neugeschäften positiv auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung ausgewirkt.

Deutliche Bremsspuren im 3. Quartal
Nach einem freundlichen konjunkturellen Verlauf im ersten Halbjahr, habe sich das weltwirtschaftliche Wachstum im dritten Quartal deutlich verlangsamt, hiess es zur allgemeinen Geschäftslage. Wie befürchtet hätten die aktuellen geopolitischen Konflikte die Stimmung besonders in Europa und Asien verunsichert. Verschiedene Länder wie Japan, Thailand, Brasilien, Argentinien oder auch Frankreich und Italien würden bereits anhaltend unter politisch bedingter Nachfrage- und Investitionsschwäche leiden.

Für die nächsten Monate rechnet Ems-Chemie mit einer weiteren Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums. Die politischen Konflikte dürften sich nicht so schnell lösen und auch die strukturellen Wachstumsschwächen, die verschiedene Länder bereits seit längerem prägen würden, dürften noch weiter anhalten, so die Ansicht von Ems. Der in vielen Ländern bereits sehr expansiven Notenbankpolitik seien zudem bezüglich Wachstumsimpulse Grenzen gesetzt.

Ausblick bestätigt
Da also mit einer verlangsamten Entwicklung gerechnet werde, geprägt von politischer Instabilität, würden Kosten und Investitionen entsprechend «zurückhaltend behandelt». Weltweit vorhandenes Marktpotential, vor allem im Bereich des Metallersatzes, soll dennoch erschlossen werden. Den bisherigen, eher defensiven Ausblick auf das Gesamtjahr 2014 bestätigt das Unternehmen dennoch. Demnach soll ein gegenüber dem Vorjahr leicht höherer Umsatz und ein dazu leicht überproportional wachsender EBIT erreicht werden.

An der Börse wird die nachlassende Dynamik im dritten Quartal mit einem Minus für die Aktie von gut 5% quittiert. Analysten zeigten sich enttäuscht. Negativ wird vor allem das deutlich verlangsamte Wachstum im Kernbereich Hochleistungspolymere hervorgehoben. (awp/mc/pg)

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