Ethos ist gegen Fusion von Holcim und Lafarge

Dominique Biedermann
Dominique Biedermann, Präsident des Verwaltungsrates Ethos. (Foto: Ethos)

Ethos-Direktor Dominique Biedermann. (Foto: Ethos)

Bern – Die Anlagestiftung Ethos empfiehlt, die Fusion der Zementkonzerne Holcim und Lafarge an der Holcim-Generalversammlung abzulehnen. Der Zusammenschluss sei nicht im Interesse der Aktionäre, schreibt Ethos am Donnerstag in einer im Internet publizierten Mitteilung.

Ethos ist der Meinung, dass Holcim alleine langfristig besser gestellt ist, als das fusionierte Unternehmen, und für seine Aktionäre so mehr Wert schaffen würde. In der Mitteilung zeigt sich die Stiftung nicht überzeugt von der strategischen Logik des Zusammenschlusses und befürchtet, dass bestimmte Geschäftsbereiche von Lafarge die Ertragsfähigkeit der neuen Gruppe beeinträchtigen könnten.

Ausserdem würde sich die Unternehmensführung mit zwei Co-Präsidenten und einem neuen Verwaltungsrat, in dem weniger als die Hälfte der Mitglieder unabhängig ist, stark erschweren, schreibt Ethos weiter. Die Integration der dezentralen Funktionsweise Holcims und der zentralisierten Organisation von Lafarge stellten ebenfalls ein erhebliches Risiko dar.

ISS und Harris sind für Fusion
Erst am Dienstag hatte sich der gewichtige Stimmrechtsberater ISS auf die Seite der Holcim-Führung geschlagen. Laut ISS ist die Transaktion für die Investoren werthaltig und der Zusammenschluss strategisch sinnvoll.

Zuvor hatte bereits der US-Fonds Harris seine Unterstützung für den Deal signalisiert. Harris ist mit 6,4% Anteil der drittgrösste Aktionär von Holcim. Ob der zweitgrösste Holcim-Aktionär Eurocement ebenfalls seinen Segen zum Zusammenschluss gibt ist noch unklar. Inhaber Filaret Galtchev hat aber bereits mitgeteilt, er wolle Einsitz in den Verwaltungsrat des neuen Konzerns nehmen. (awp/mc/ps)

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