Feintool bleibt 2020 nach Umsatzeinbruch nur knapp in schwarzen Zahlen

Knut Zimmer
Feintool-CEO Knut Zimmer. (Foto: Feintool)

Lyss – Die Industriegruppe Feintool hat im Geschäftsjahr 2020 wegen dem schwierigen Umfeld in der Automobilindustrie einen Umsatzeinbruch erlitten und ist in die roten Zahlen gerutscht. Dank einem besseren zweiten Halbjahr wurde aber ein knapp positives operatives Ergebnis erreicht. Auf eine Dividende wird verzichtet.

Die auf das Feinschneiden und Umformen von Metallteilen spezialisierte Gruppe hatte bereits Ende Januar überraschend den Umsatz bekanntgegeben und dabei auch ein knapp positives operatives Ergebnis angekündigt. So resultierte beim EBIT ein Minus von 84 Prozent auf 3,3 Millionen Franken, wie am Dienstag bekanntgegeben wurde. Darin sind positive Einmaleffekte über 0,3 Millionen enthalten. Im ersten Semester resultierte noch ein Verlust in Höhe von 17,4 Millionen Franken.

Feintool nennt denn auch die Entwicklung im zweiten Semester «erfreulich». So resultierte in dieser Zeitspanne allein betrachtet ein EBIT von 20,4 Millionen, entsprechend einer EBIT-Marge von 7,3 Prozent.

Auf Stufe Reinergebnis ergab sich im Gesamtjahr ein Verlust in der Höhe von 3,9 Millionen, womit die Gewinnziffern etwas besser ausfielen als erwartet. Entsprechend dem Reinverlust soll auf die Ausschüttung einer Dividende für das vergangene Geschäftsjahr verzichtet werden. Vor einem Jahr wurde noch 1 Franken je Aktie ausbezahlt.

Um in der Coronakrise bestehen zu können, hatte Feintool bereits im vergangenen Frühjahr eine Reihe von Massnahmen eingeleitet. So sollten Kosten eingespart werden, insbesondere beim Personal. An den europäischen Standorten befanden sich ab April vorübergehend alle Werke und wichtigen Abteilungen in Kurzarbeit. Darüber hinaus wollte das Unternehmen sowohl im Jahr 2020 als auch im neuen Jahr 2021 Personal abbauen. Per Ende 2020 lag die Zahl der Mitarbeitenden mit 2’570 um 71 Personen unter dem Stand von Ende 2019.

Dank Massnahmen besser aufgestellt
Mit den Massnahmen zur Steigerung von Effizienz und Wirtschaftlichkeit seien nachhaltige Verbesserungen erzielt worden, so die aktuelle Mitteilung. Das Unternehmen sieht sich in seinen Werken nun effizient aufgestellt.

Der Umsatz wurde wie erwähnt bereits publiziert. Er sank in Lokalwährungen um 19 Prozent auf 492 Millionen Franken. Das zweite Halbjahr war dabei allerdings von einer deutlichen Markterholung geprägt, was zu einem währungsbereinigten Minus von noch 3,4 Prozent führte.

Im Segment System Parts fiel der Umsatz im Gesamtjahr um knapp 16 Prozent auf 464 Millionen Franken zurück, was in etwa der Marktentwicklung in der Automobilindustrie entsprach. Das Segment Fineblanking Technology war von der wirtschaftlichen Abkühlung deutlich härter getroffen worden und musste einen Umsatzeinbruch um fast 41 Prozent auf noch 44 Millionen Franken hinnehmen.

Mit Blick auf den weiteren Geschäftsverlauf zeigt sich Feintool aber optimistischer. Die Konjunktur der internationalen Automobilbranche, des wichtigsten Markts von Feintool, zeige in Europa, Asien und in den USA klare Anzeichen der Erholung, heisst es dazu. Ausserdem präsentiere sich die Branche auf einen Zeithorizont bis ins Jahr 2035 weiterhin als globaler Wachstumsmarkt.

Die Unsicherheiten über die Auswirkungen der Coronakrise und die Versorgungsengpässe bei Halbleitern und Stahl für die Automobilindustrie belasteten allerdings weiterhin die Erwartungen und machten eine Vorhersage für das Jahr 2021 schwierig. Gemäss den Marktprognosen dürften die Produktionsvolumen weiterhin unter denjenigen von 2019 liegen.

Feintool stellt unter diesen Aspekten für 2021 ein «marktkonformes Umsatzwachstum» sowie eine deutliche Steigerung der Profitabilität in Aussicht. (awp/mc/ps)

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