Forbo schreibt 10 % weniger Gewinn

This E. Schneider

This E. Schneider, CEO und VR-Delgierter Forbo AG.

Baar – Der Bodenbelag- und Klebstoffhersteller Forbo hat im Geschäftsjahr 2011 den starken Schweizer Franken, aber auch die gestiegenen Rohstoffpreise zu spüren bekommen und einen niedrigeren Gewinn erwirtschaftet. Allerdings war im Vorjahresgewinn auch noch ein hoher Finanzertrag aus dem Verkauf des Rieter-Aktienpakets enthalten gewesen. Die Dividende bleibt unverändert.

Unter dem Strich lag der Gewinn des Zuger Unternehmens um 10,3% tiefer auf 146,5 Mio CHF, wie Forbo mitteilte. Das Unternehmen hat per 5. März 2012 seinen Bereich Industrieklebstoffe verkauft und weist zusätzlich den Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen aus: Dieser verringerte sich um 7,9% auf 137,4 Mio CHF. Während die Währungssituation und Sondereffekte aus dem Verkauf der Industrieklebstoffe die Gewinnzahlen belasteten, wirkte sich eine stark reduzierte Steuerrate günstig aus.

Frankenstärke belastet
Der Umsatz sank 2011 wegen des starken Frankens um 6,8% auf 1’707,2 Mio CHF. In Lokalwährungen resultierte dagegen ein Umsatzanstieg von 7,5%. Dabei verbesserte sich der Umsatz in Lokalwährungen in allen drei Geschäftsbereichen: Flooring Systems legte um 3,0% zu, Bonding Systems um 14,0% und Movement Systems um 7,7%.

EBIT-Marge gesunken
Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) verringerte sich im vergangenen Jahr um 14,3% auf 208,5 Mio CHF. Das operative Ergebnis (EBIT) sank um 14,6% auf 158,8 Mio CHF. Ohne die negativen Währungseffekte wäre der EBIT gemäss Forbo in etwa auf Vorjahreshöhe geblieben. Die EBIT-Marge lag bei 9,3%, nachdem sie im Jahr davor noch 10,4% betragen hatte. Die Marge aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen lag bei 12,4% (13,1%).

Über den Erwartungen des Marktes
Mit den Zahlen hat die Gruppe die Markterwartungen übertroffen. Die Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 1’695 Mio CHF, einem EBIT von 149,6 Mio CHF und einem Reingewinn von 126,1 Mio CHF gerechnet.

Gestärkte Bilanz
Die Bilanz des Industriekonzerns zeigt sich per Ende 2011 gestärkt. Die Eigenkapitalqauote verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr auf 54,3% nach 48,8%. Mit dem Verkauf des Bereichs Industrieklebstoffe für einen Preis von 370 Mio CHF dürfte 2012 – neben dem betrieblichen Liquiditätszufluss – zusätzlich ein signifikanter Geldfluss entstehen, schreibt Forbo.

Dividende von 12 Franken pro Aktie
Die Aktionäre sollen für das Geschäftsjahr 2011 eine unveränderte Dividende von 12 CHF erhalten. Diese wird erneut als steuerbefreite Ausschüttung von Reserven aus den Kapitaleinlagen ausgerichtet.

Zuversicht für 2012
Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet Forbo «ein ähnliches Konzernergebnis aus dem operativen Geschäft der fortzuführenden Geschäftsbereiche wie 2011», verringert allerdings um eine höhere Steuerrate. Dies unter der Voraussetzung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld und insbesondere die Währungsentwicklung nicht signifikant verändern und die Rohmaterialpreise nicht stark ansteigen, so Forbo.

Beim Umsatz erwartet Forbo im laufenden Geschäftsjahr trotz der Marktunsicherheiten eine weitere Steigerung. Das Unternehmen will seine Aktivitäten in den Wachstumsmärkten «gezielt und konsequent» ausbauen, um das Wachstum in diesen Regionen weiter zu erhöhen. Die Marktposition von Forbo, die starke Bilanz und die bewährte Strategie würden es dem Unternehmen auch erlauben, externe Wachstumsmöglichkeiten zu prüfen, heisst es weiter. (awp/mc/pg)

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