Gategroup macht hohen Verlust im Q1

Xavier Rossinyol
Gategroup-CEO Xavier Rossinyol. (Foto: Gategroup)

Gategroup-CEO Xavier Rossinyol. (Foto: Gategroup)

Kloten – Der Airline-Caterer Gategroup hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015 trotz stabilem Umsatz einen hohen Verlust erlitten. Auf das Ergebnis drückten neben Währungsverlusten und Rückstellungen auch Sonderkosten im Zusammenhang mit dem Machtkampf zwischen Verwaltungsrat und gewissen Aktionären im Vorfeld der Generalversammlung.

Der Gesamtumsatz erreichte 669,9 Mio CHF, wobei einem organischen Wachstum von 5,1% Portfolioeffekte von -2,7% und Währungseinflüsse von -1,9% gegenüberstanden. Währungsbereinigt wäre der Umsatz um 2,5% gestiegen, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.

Das EBITDA betrug im Berichtszeitraum 10,9 Mio CHF, was einem Rückgang von fast 40% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieser Rückgang sei auf Rückstellungen im Geschäftsbereich Airlines Solutions (8,0 Mio) und Kosten im Zusammenhang mit dem erwähnten Machtkampf (1,5 Mio) zurückzuführen. Dieser hatte im ersten Quartal für Aufruhr gesorgt, ist inzwischen aber beigelegt. Nach längerem Streit konnten sich Gategroup und zwei Hedgefonds schliesslich Anfang April auf einen gemeinsamen Vorschlag für die Besetzung des Verwaltungsrats einigen.

Die Rückstellungen stehen im Zusammenhang mit die Lohn-Verhandlungen mit den Gewerkschaften in den Vereinigten Staaten, wobei Gategroup hier laut Slides zu einer Präsentation am Nachmittag im Gesamtjahr 2015 mit einem Betrag von rund 14 Mio USD rechnet. Ohne die Sondereffekte betrug das EBITDA für den Berichtszeitraum 20,4 Mio (Marge 3,0%), was einer Zunahme von 13% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

SNB-Entscheid führt zu hohen Währungsverlusten
Unter dem Strich erlitt Gategroup einen Verlust von 37,6 Mio CHF, dies im Vergleich zu -16,7 Mio in der Vorjahresperiode. Das Umsatzwachstum und die Kosteneinsparungen seien durch die genannten Sondereffekte sowie unrealisierte Währungsverluste (SNB-Entscheid vom Januar) in Höhe von 18,0 Mio negativ beeinflusst worden, so die Meldung.

Der negative Cashflow aus operativer Tätigkeit betrug auf Gruppenstufe 27,3 Mio CHF im Vergleich zu 10,1 Mio in der Vorjahresperiode. Dieser Effekt beruhe im Wesentlichen auf einem tieferen EBITDA und dem Aufbau von Umlaufvermögen (Working Capital), heisst es.

Gategroup hat mit den vorgelegten Zahlen die Schätzungen von Analysten auf Stufe Umsatz leicht übertroffen, bei den Gewinnzahlen aber verfehlt. Diese hatten gemäss AWP-Konsens einen Umsatz von 659 Mio, einen EBITDA von 18,9 Mio sowie einen Reinverlust von 14,4 Mio CHF prognostiziert. Der EBITDA vor Sondereffekten lag leicht über den Schätzungen.

Struktur der Geschäftsbereiche leicht angepasst
Gategroup hat im Januar 2015 leichte Anpassungen in der Berichtsstruktur vorgenommen. So wurden die Marken Gate Retail Onboard und eGate Solutions in den Geschäftsbereich Product and Supply Chain Solutions integriert, der wiederum in Network and Product Solutions (NPS) umbenannt wurde.

Im Kerngeschäft Airline Solutions erzielte Gategroup einen leicht höheren Umsatz von 528,1 Mio CHF. Unter Ausklammerung der Rückstellungen betrug der adjustierte EBITDA 22,1 Mio (Marge 4,2%), nach Sonderkosten waren es 14,1 Mio (2,7%). Der Geschäftsbereich NPS wiederum verlor mit 182,3 Mio CHF leicht an Umsatz, verbesserte aber den Gewinn mit 8,5 Mio (4,7%) deutlich.

Zum Ausblick schreibt Gategroup in der Mitteilung nichts, nachdem im März noch von einem organischen Umsatzwachstum von 3 bis 4% die Rede war. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass das Unternehmen ein neues Management hat. Vor kurzem haben der neue CEO Xavier Rossinyol und der neue CFO Christoph Schmitz ihre Tätigkeit aufgenommen. In den Slides heisst es dazu, dass die strategische Überprüfung noch andauere.

Gategroup hat ausserdem den Zeitplan für die Berichterstattung leicht angepasst. Die Halbjahreszahlen sollen gemäss Mitteilung erst am 3. September – und damit zwei Wochen später als ursprünglich kommuniziert – veröffentlicht werden. (awp/mc/upd/ps)

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