Geberit zeigt solides Q1 und überrascht positiv

Christian Buhl
Geberit-CEO Christian Buhl. (Foto: Geberit)

Geberit-CEO Christian Buhl. (Foto: Geberit)

Jona – Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im ersten Quartal 2016 mit dem Umsatz dank Sanitec zweistellig zugelegt. Um die Übernahme- und die Währungseffekte bereinigt ergab sich ein leichtes organisches Wachstum. Zweistellige Zuwachsraten verzeichneten auch die Gewinnziffern, gestützt von Synergien aufgrund der Integration von Sanitec sowie von tieferen Rohmaterialpreisen. Damit wurden die Markterwartungen auf der ganzen Linie übertroffen. In der Einschätzung der Marktlage hat sich zuletzt nicht viel verändert, weiterhin wird mit Blick auf das Gesamtjahr ein schwieriges Marktumfeld erwartet.

Der Nettoumsatz wurde gegenüber dem Vorjahr um knapp 13% auf 718,6 Mio CHF gesteigert. Bereinigt um Akquisitions- und Währungseffekte ergab sich noch ein Plus von 3,1%, wie Geberit am Donnerstag mitteilt. Die Zahlen der Ende 2014 akquirierten Sanitec waren im Vorjahr nur in den Monaten Februar und März enthalten. Den im Januar 2016 hinzugekommenen Umsatz von Sanitec bezifferte CEO Christian Buhl auf 55 Mio CHF. «Wir hatten einen guten Start ins Jahr», kommentierte er das erste Quartal an einer Telefonkonferenz.

In der mit Abstand wichtigsten Region Europa zogen die Verkäufe bereinigt um 3,7% an, auch in Nahost/Afrika ergab sich ein Plus von 2,5%. Dagegen ging der Umsatz in Amerika um 3,6% zurück und in Fernost/Pazifik um 7,6%.

Gewinn steigt überproportional
Überproportional zum Umsatz entwickelten sich die Gewinnziffern. Zur Verbesserung der Vergleichbarkeit weist Geberit einen um Einmaleffekte im Zusammenhang mit der Sanitec-Übernahme adjustierten EBITDA aus; dieser stieg demnach im Vergleich zur Vorjahresperiode um gut 13% auf 209,2 Mio und die entsprechende Marge um 10 Basispunkte auf 29,1%. Der adjustierte EBIT verbesserte sich ebenfalls um 13% auf 183,8 Mio. Die Akquisitions- und Integrationskosten verbunden mit Sanitec werden auf dieser Stufe mit 10,4 Mio benannt.

Der ausgewiesene Reingewinn erhöhte sich um knapp 25% auf 150,3 Mio CHF, adjustiert ergab sich ein Plus von gut 17% auf 158,7 Mio. Zu diesem im Vergleich zum operativen Ergebnis noch stärkeren Anstieg hat vor allem ein verbessertes Finanzergebnis geführt.

Für das Gesamtjahr 2016 hätten sich die Einschätzungen seit der Veröffentlichung der Ergebnisse für das Gesamtjahr 2015 im März nicht wesentlich verändert, sagte Buhl zum Ausblick. Die Ergebnisse würden wiederum von Akquisitions- und Integrationskosten im Zusammenhang mit der Sanitec-Akquisition negativ beeinflusst werden, allerdings deutlich geringer als im Vorjahr.

Die Situation in der Bauindustrie werde anspruchsvoll bleiben und die Entwicklung der einzelnen Regionen, Märkte und Bausektoren stark divergieren. In Europa seien Anzeichen erkennbar, dass sich die Bauindustrie stabilisieren könnte, eine klare Erholung sei aber noch nicht absehbar, so Buhl.

Höhere Dynamik in Deutschland
Der näheren Zukunft im wichtigsten Markt Deutschland sieht er indessen gelassen entgegen. «Wir sind für diesen Markt zuversichtlich», sagte er. Die Neubaubewilligungen würden zeigen, dass die Dynamik angezogen habe. Etwas zur Vorsicht mahne hier indes der Umstand, dass sich die Lagerbestände bei den Händlern etwas erhöht hätten.

Quantitative Prognosen für das Geschäftsjahr macht Geberit zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr wie immer noch nicht. Buhl verwies aber auf die gut gefüllte Produktpipeline in allen drei Geschäftsbereichen. Mit Blick auf die Sanitec-Integration hiess es seitens des Geberit-Chefs, dass diese wie geplant verlaufe. «Wir befinden uns auf Kurs, die angestrebten Synergien zu erreichen.» Gemäss früheren Information erwartet das Unternehmen Kosten- und Umsatzsynergien von insgesamt 45 Mio EUR. Dieser Wert wurde heute bekräftigt.

An der Börse legten die Geberit-Aktien 5,1% auf 372,50 CHF zu in einem ansonsten stabilen Gesamtmarkt (SMI: +0,03%). Die Konsensschätzungen wurden auf allen Stufen erfüllt oder gar übertroffen. (awp/mc/pg)

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