Geberit wächst dank Sanitec markant

Christian Buhl
Geberit-CEO Christian Buhl. (Foto: Geberit)

Geberit-CEO Christian Buhl. (Foto: Geberit)

Jona – Das Sanitärtechnikunternehmen Geberit ist im Geschäftsjahr 2015 vor allem dank der Akquisition von Sanitec markant gewachsen. Negativ schlug dagegen der starke Franken zu Buche. Bereinigt um diese Effekte erreichte das Unternehmen ein leichtes organisches Wachstum, wobei das Tempo im vierten Quartal wieder anzog. Die bisherige Guidance für die EBITDA-Marge wurde «nach oben bestätigt».

Der Umsatz legte 2015 um gut 24% auf 2,59 Mrd CHF zu. Akquisitions- und währungsbereinigt ergab sich noch ein Plus von 2,7%. Sanitec hat dabei 649 Mio zum Umsatz beigetragen, wie Geberit-Chef Christian Buhl am Mittwoch an einer Telefonkonferenz erklärte.

Die auf Sanitärtechnik hinter der Wand spezialisierte Geberit hatte Sanitec vor gut einem Jahr für 1,29 Mrd CHF übernommen und war damit ins Keramik-Geschäft, also das Geschäft vor der Wand mit Waschbecken, Toiletten, Duschkabinen oder Badspiegel vorgestossen. Seit Februar ist die skandinavische Sanitec in den Geberit-Büchern konsolidiert. Deren Integration verläuft gemäss Buhl nach Plan. Das Ziel sei erreicht, ab dem 1. Januar 2016 im Vertrieb in allen Märkten als ein Unternehmen aufzutreten.

Starker Frankeneinfluss
Die im Umsatz enthaltenen negativen Währungseinflüsse erreichten 201 Mio. Das bereinigte Wachstum von 2,7% sei trotz des Währungsrabatts von 10% in der Schweiz, einer vor allem im ersten Semester starken Vorjahresbasis sowie in einem nach wie vor in vielen europäischen Märkten sehr schwierigen Marktumfeld zustande gekommen, betonte Geberit.

Auch dank des milden Winters hat sich das Wachstumstempo im vierten Quartal wieder beschleunigt. Der Umsatz erreichte im Schlussquartal 621,1 Mio CHF, entsprechend einem währungsbereinigten organischen Wachstum von 5,0%. Nach Wachstumsraten von 2,0 und 3,0% in den ersten beiden Quartalen hatte sich im dritten noch ein Plus von 1,3% ergeben.

Wegen Währungsrabatten Minus im Heimmarkt
Die europäischen Märkte legten im Gesamtjahr insgesamt in lokalen Währungen und organisch um 2,5% auf 2,36 Mrd CHF zu. Dabei verzeichnet der wichtigste Markt Deutschland ein Plus von 4,7%, wogegen sich im Heimmarkt Schweiz wegen des erwähnten Währungsrabatts ein Minus von 8,3% ergab. Der Währungsrabatt wurde mittlerweile in die Preisliste für 2016 integriert. Dafür sollen auch in der Schweiz die für das zweite Quartal üblichen Preiserhöhungen um 1 bis 1,5% durchgesetzt werden.

Marge 2015 etwas höher als prognostiziert
Die adjustierte EBITDA-Marge wird gemäss der heutigen Mitteilung durch vorteilhafte Volumen- und Produktmix-Effekte sowie durch tiefere Rohmaterialpreise positiv beeinflusst. Negativ wirken die Margenverwässerung durch Sanitec sowie die Rabatte in der Schweiz. Insgesamt dürfte diese adjustierte EBITDA-Marge im Bereich von 26,5% zu liegen kommen, im vergangenen Herbst lautete die Guidance dafür noch «rund 26%».

Einen konkreten Ausblick für 2016 macht Geberit noch nicht, das Unternehmen sieht sich mit Blick auf die Marktsituation aber am Anfang eines weiteren schwierigen Jahres. «Wir gehen davon aus, dass 2016 erneut ein herausforderndes Jahr werden wird», sagte Buhl. In Europa gebe es zwar Zeichen einer Stabilisierung, insgesamt dürften sich die Märkte aber weiterhin unterschiedlich entwickeln.

Für den wichtigsten Markt Deutschland zeigte er sich dabei «zuversichtlich». Das starke organische Wachstum von 14,5% in diesem Markt im vierten Quartal bedeute allerdings nicht, dass die Nachfrage sprunghaft angezogen sei. Vielmehr erkläre sich das Plus mit der leichteren Vergleichsbasis aus dem Vorjahr. Für die Schweiz, den umsatzmässig zweitwichtigsten Markt von Geberit, erwartet Buhl kein Wachstum im laufenden Jahr. Immerhin fällt der negative Basiseffekt wegen der Währungsrabatte weg. (awp/mc/pg)

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