Geberit steigert Umsatz und Gewinn nach neun Monaten klar

Albert Baehny

Geberit-CEO Albert Baehny. (Foto: Geberit)

Jona – Der Sanitärtechnik-Konzern Geberit hat in den ersten neun Monaten 2014 deutlich mehr Gewinn erzielt als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Das Wachstumstempo hat sich im dritten Quartal nach dem starken ersten Semester und aufgrund der schwierigen Vergleichsbasis wegen des guten Vorjahresquartals erwartungsgemäss wieder etwas verlangsamt. Der bisherige Ausblick wurde bestätigt.

Der Umsatz stieg um 5,8% auf 1,87 Mrd CHF, entsprechend einem währungsbereinigten Plus von 7,4%. Währungsverluste schmälerten den Umsatz um knapp 30 Mio, wie Geberit am Donnerstag mitteilt. Das Tempo der Umsatzentwicklung hat sich im dritten Quartal mit einem währungsbereinigten Plus von 5,1% wie erwartet etwas verlangsamt. Im zweiten Quartal hatte das Umsatzwachstum noch bei +6,2% und im ersten bei +11,0% gelegen. Diese Verlangsamung ist vor allem auf eine starke Vergleichsbasis aus dem Vorjahr zurückzuführen.

Deutschland und Schweiz weiter robust
In Europa nahmen die währungsbereinigten Verkäufe insgesamt um 7,2% zu, wobei sich in Grossbritannien/Irland (+18%) und in Zentral-/Osteuropa (+15%) zweistellige Wachstumsraten ergaben. «Erfreulich» entwickelten sich laut Geberit die Hauptmärkte Deutschland (+8,8%), Schweiz (+6,9%) und Österreich (+4,2%) sowie unter anderem die iberische Halbinsel (+8,7%) und Frankreich (+3,8%). Trotz schwieriger Bedingungen im öffentlichen Bereich wuchs Amerika um 4,2%, während Nahost/Afrika (+18%) und Fernost/Pazifik (+12%) zweistellige Wachstumsraten auswiesen.

Von den beiden Geschäftsbereichen zogen die Rohrleitungssysteme (+7,8%) etwas stärker an als die Sanitärsysteme (+7,1%).

Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA erhöhte sich um 12% auf 535,9 Mio CHF und die EBITDA-Marge auf 28,7 von 27,2% im Vorjahr. Die EBITDA-Marge liegt damit über dem Zielband von 23 bis 25% und auch über dem Wert nach sechs Monaten (28,2%). Der Reingewinn liegt mit 413,7 Mio um 15% über dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum Vorjahr haben ein besseres Reinergebnis sowie eine tiefere Steuerrate dieses Ergebnis positiv beeinflusst. Das Ende April lancierte und derzeit wegen der geplanten Übernahme der skandinavischen Sanitec sistierte Aktienrückkaufprogramm habe noch keinen bedeutenden Einfluss auf den Gewinn je Aktie gehabt, so Geberit.

Dass die «erfreuliche» Entwicklung der Ergebnisse angehalten habe, sei vor allem nach dem starken Vorjahresquartal nicht selbstverständlich gewesen, heisst es. Hauptverantwortlich dafür sei vor allem das hohe Volumenwachstum. Dagegen hätten negative Effekte wegen gestiegener Kundenboni und Personalausgaben resultiert, letztere nahmen sowohl wegen der Anzahl Mitarbeiter als auch wegen angehobener Löhne zu. Ausserdem wurde das operative Ergebnis wegen «teilweise deutlicher Abwertungen einiger für Geberit allerdings weniger bedeutenden Währungen» um 10 Mio CHF nach unten gedrückt.

Ausblick bestätigt – dennoch Vorsicht
Den bisherigen Ausblick auf das Gesamtjahr 2014 hat Geberit bestätigt. Demnach rechnet Geberit mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum am oberen Ende der Zielspanne von 4 bis 6% sowie mit einer EBITDA-Marge leicht über dem Vorjahr (25,9%).

Dennoch zeigt sich Geberit im Ausblick etwas zurückhaltend. Die Hoffnungen auf einen moderaten globalen Wirtschaftsaufschwung hätten in den letzten Monaten einen Dämpfer erhalten, was sich direkt auf die Bauindustrie auswirken dürfte, heisst es dazu weiter. Die Herausforderungen in diesem Sektor blieben anspruchsvoll und würden sich aus heutiger Sicht mittelfristig eher noch akzentuieren.

Die Entwicklung der einzelnen Regionen/Märkte und Bausektoren divergiere stark. In Europa gehe das Volumen der Bauindustrie insgesamt weiterhin zurück. Mit Ausnahme einiger weniger, positiv verlaufender Märkte wie Deutschland, Schweiz und Grossbritannien, sei in den meisten übrigen Märkten seit Längerem ein deutlicher Nachfragerückgang zu verzeichnen. Dieser dürfte im laufenden Geschäftsjahr allerdings vielerorts etwas abflachen. Im Nicht-Wohnungsbau sei zudem keine Erholung festzustellen, was zumindest teilweise durch einen flachen bis leicht positiven Trend im Wohnungsbau kompensiert werde.

In Nordamerika wiesen bei den öffentlichen Bauprojekten die Indikatoren zurzeit auf keine relevante Erholung hin und in der Region Fernost/Pazifik habe sich in China der Verkauf von Eigenheimen sowie die Anzahl Neubauprojekte abgeschwächt, wobei die Bauindustrie insgesamt einen rückläufigen Trend aufweise. «Erfreulich» bleibt laut Geberit der Ausblick für den Nahen Osten und für Südafrika. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.