Geberit überprüft strategische Optionen für zwei Standorte in Frankreich

Christian Buhl
Geberit-CEO Christian Buhl. (Foto: Geberit)

Geberit-CEO Christian Buhl. (Foto: Geberit)

Jona – Der Sanitärtechnikkonzern Geberit überprüft die strategischen Optionen für zwei Keramikwerke der übernommenen Sanitec in Frankreich, inklusive deren Schliessung. Mit dem zentralen Betriebsrat von Allia SAS, einer Tochtergesellschaft von Geberit in Frankreich, sei ein Informations- und Beratungsprozess initiiert worden, teilt Geberit am Dienstag mit.

Die Überprüfung der Standorte umfasse auch die mögliche Schliessung der Werke, sagte ein Geberit-Sprecher gegenüber AWP. Weitere Angaben dazu wollte er nicht machen.

Das Projekt beinhalte die Überprüfung der strategischen Optionen für die Allia-Standorte in La Villeneuve-au-Chene und Diogin, hiess es weiter in der Mitteilung. Der Bereich Badezimmerkeramik sei in den letzten Jahren mit vielen Herausforderungen konfrontiert gewesen, heisst es zur Begründung. Rückläufige Märkte sowohl auf europäischer Ebene wie auch in Frankreich hätten zu Produktionsüberkapazitäten und anhaltendem Kostendruck geführt.

Nun würden die Details der strategischen Optionen zwischen der Geschäftsführung von Allia und den Arbeitnehmervertretern diskutiert. Es sei die Absicht, «die sozialen Folgen, die sich aus dem Projekt ergeben könnten, auf ein Minimum zu beschränken», schreibt Geberit. Deshalb würden mit den im Unternehmen vertretenen Gewerkschaften Verhandlungen aufgenommen, um für eventuell betroffene Mitarbeiter bestmögliche Lösungen oder eine anderweitige Beschäftigung zu finden.

Analysten eher gelassen
Die Ankündigung von Geberit sei kein Zeichen einer Verschlechterung des Geschäftsgangs in Frankreich, so eine Einschätzung der Bank Vontobel. Sie sei aber ein Indiz für den laufenden Optimierungsprozess in der Produktion und der Kosten. Allerdings dürfte diese strategische Überprüfung nebst den Einsparungen zu einmaligen Zusatzkosten über den kommunizierten 45 Mio EUR für die Integration von Sanitec führen. An den Schätzungen für Geberit nimmt die Bank aufgrund dieser Ankündigung keine Änderungen vor. Die Empfehlung für den Titel lautet weiterhin «Buy».

Dass Geberit in einer speziellen Mitteilung derartige «Restrukturierungsmassnahmen» ankündige, sei unüblich, heisst es in einem Kommentar von Baader Helvea. Dies sei aber im Zusammenhang mit der Integration der übernommenen Sanitec zu sehen und wohl auch der Gesetzgebung der lokalen Behörden geschuldet.

Die Aktie von Geberit fällt in einem freundlichen Gesamtmarkt mit einem Plus von 0,3% im frühen Geschäft nicht gross auf. (awp/mc/upd/ps)

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