Georg Fischer steigert Reingewinn deutlich

Yves Serra

Yves Serra, CEO Georg Fischer AG.

Schaffhausen – Der Industriekonzern Georg Fischer (GF) ist im Geschäftsjahr 2011 kräftig gewachsen. Allerdings machten auch hier die negativen Währungseffekte einen grossen Teil des Wachstums zunichte. Dank einem markant höheren Gewinn soll auch die Dividende um die Hälfte angehoben werden. Für 2012 verzichtet das Unternehmen auf einen konkreten Ausblick, zeigt sich aber «vorsichtig optimistisch».

Der Umsatz stieg 6% auf 3,64 Mrd CHF, bereinigt um Währungseinflüsse lag das Plus bei 18%. Der Auftragseingang erhöhte sich um 3% auf 3,73 Mrd, wie das Unternehmen mitteilte. Der EBIT nahm um 31% auf 235 Mio CHF zu und der Reingewinn um 56% auf 168 Mio. Die EBIT-Marge erreichte 6,5%, nach 5,2% im Vorjahr. Die Dividende soll auf 15 CHF je Aktie erhöht werden, nachdem im Vorjahr eine Nennwertreduktion um 10 CHF zur Auszahlung kam.

Damit hat GF die Schätzungen der Analysten mit Umsatz und Betriebsergebnis knapp getroffen, mit dem Reingewinn dagegen etwas besser abgeschnitten als erwartet.

Erhebliche Währungseffekte
Man habe in allen Wirtschaftsregionen zugelegt, schreibt GF. Während indes das Umsatzwachstum im ersten Semester noch bei 10% lag, ergab sich im zweiten Semester noch ein solches von 1%. Allerdings sei das zweite Halbjahr 2010 bereits sehr stark gewesen.

Die Währungseffekte bezeichnet GF als «erheblich». Bei gleichen Verhältnissen wie 2010 hätte der Umsatz 4,1 Mrd betragen, der EBIT 312 Mio und die EBIT-Marge 7,7%. Die Effekte würden die Division Piping Systems treffen und vor allem AgieCharmilles, welche einen wichtigen Teil der Produktion in der Schweiz hätten. Dank der bereits zu Beginn des Jahres eingeleiteten Massnahmen wie Preiserhöhungen und Einkäufen in Euro seien die negativen Effekte «massgeblich» reduziert worden. GF will die Massnahmen zur Reduktion des Währungsexposures fortsetzen.

Rentabilität der Division Piping Systems gehalten
Von den Divisionen konnte Piping Systems in Franken als einzige den Umsatz nicht steigern, wogegen sich in Lokalwährung ein Plus von 11% ergab. Bei einem stabilen EBIT ist es aber gelungen, die Rentabilität in der profitabelsten Sparte (EBIT-Marge 11,7%) zu halten. Der Bereich Automotive und die Werkzeugmaschinensparte AgieCharmilles legten dagegen sowohl in Franken und noch deutlicher in Lokalwährungen zu. Die EBIT-Marge von Automotive verbesserte sich auf 4,3% von 2,4% im Vorjahr, diejenige von AgieCharmilles stieg auf 4,6 von 3,1%.

Eigenkapitalquote von 42 %
Mit einer Eigenkapitalquote von 42% per Ende 2011 und einer Nettoverschuldung von unter 300 Mio CHF sei die Bilanz solide. So sei im Berichtsjahr ein bestehender Syndikatskredit vorzeitig abgelöst und durch einen neuen in der Höhe von 250 Mio zu «wesentlich besseren» Konditionen ersetzt worden. Diese Kreditlinie sei bisher nicht beansprucht worden, erhöhe aber die Finanzkraft für weitere Akquisitionen im Bereich Piping Systems.

Strategie 2015 auf Kurs
Die Umsetzung der Strategie 2015 sei auf Kurs, heisst es weiter. Diese zielt auf weitere Verbesserungen der eigenen Leistungen und auf eine höhere Präsenz vor allem in Märkten ausserhalb Europas. So sollen die Schwankungen im Ertrag reduziert werden. Im Berichtsjahr sind dazu zwei neue Werke in China eröffnet sowie Harvel Plastics in den USA übernommen worden. In Europa geniesse die Steigerung der Effizienz und der Produktivität in allen Divisionen einen hohen Stellenwert.

Vorsichtiger Optimismus – keine Guidance für 2012
Für das Geschäftsjahr 2012 zeigt sich GF «vorsichtig optimistisch». Der Auftragsbestand zu Jahresbeginn liege deutlich über dem Vorjahr und die neuen Werke in Asien und die Akquisition von Harvel würden sich positiv auf Umsatz und Ertrag auswirken. Andererseits werde man wegen der zahlreichen wirtschaftlichen Unsicherheiten in Europa den Fokus vor allem auf die Kosten und die Liquidität richten. Die geringe Visibilität in den Märkten mache kurzfristige Prognosen «sehr schwer». 2012 will das Unternehmen aber wie verschiedentlich betont weiter akquirieren.

GF bestätigt indes das Ziel, bis 2015 eine Kapitalrendite von über 15% sowie eine EBIT-Marge von 8 bis 9% zu erreichen. (awp/mc/pg)

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