Gesundheitsausgaben: Wachstumsrate pendelt sich auf relativ hohem Niveau ein

Gesundheitsausgaben: Wachstumsrate pendelt sich auf relativ hohem Niveau ein

Zürich – Die KOF erwartet weiterhin einen Anstieg der Gesundheitsausgaben von 3.8% in diesem Jahr. In den kommenden zwei Jahren wird sich das Wachstum leicht auf 3.9% erhöhen. Steigende Löhne sowie ein zunehmender Anteil der älteren Bevölkerung führen zu diesem Anstieg der Gesundheitsausgaben. Das sind die Ergebnisse der halbjährlichen KOF Gesundheitsausgabenprognose, die sie mit einem Forschungsbeitrag von comparis.ch erstellt hat.

Im Jahr 2017 fiel das nominelle Lohnwachstum niedrig aus und die Gesamtbevölkerung wuchs langsamer als bisher angenommen, was zu einem moderaten Anstieg der Gesundheitsausgaben von 3.5% führte. Da das Gesundheitswesen ein personalintensiver Sektor ist, spiegelt sich die Stärke von Lohnanstiegen direkt im Anstieg der Gesundheitsausgaben.

Das Wachstum der Gesundheitsausgaben wird sich in diesem Jahr leicht auf 3.8% erhöhen. Einerseits steigen die nominellen Löhne sowie die Zahl älterer Personen stärker als noch im Vorjahr. Andererseits bremsen die wirksam werdenden politischen Massnahmen den Ausgabenanstieg etwas ab.

Das Wachstum der nominellen Löhne dürfte bis Ende 2020 weiter anhalten. Die demografische Entwicklung wird sich etwas beschleunigen, ab dem Jahr 2020 dynamisch bleiben, aber etwas abflachen. Im kommenden Jahr sollten Einsparungen, wenn auch geringe, aus der Verschiebung stationärer Eingriffe in den ambulanten Bereich realisiert werden. Nach Berücksichtigung der Einsparungen aufgrund politischer Massnahmen ergibt sich für die Jahre 2019 und 2020 ein Zuwachs der Gesundheitsausgaben von 3.9%.

Prognose unverändert
Die KOF hat ihre Prognose der Jahre 2017 bis 2019 gegenüber der Prognose vom Frühjahr unverändert belassen. Zudem wurde der Prognosezeitraum um das Jahr 2020 ergänzt.

Da ab diesem Jahr das nominelle Bruttoinlandprodukt (BIP) kräftig wachsen dürfte, verlangsamt sich der relative Anstieg der Gesundheitsausgaben im Verhältnis zum BIP. Die Gesundheitsausgabenquote, das Verhältnis von Gesundheitsausgaben zum BIP, steigt somit von 12.2% im Jahr 2016 auf lediglich 12.8% im Jahr 2020.

In den einzelnen Kategorien der Gesundheitsausgaben steigt insbesondere der Bereich «Unterstützende Dienstleistungen», der unter anderem die Laboranalysen beinhaltet, bei den Leistungen im Prognosezeitraum weiter an. Auch die Verschiebung von stationär zu ambulant hält weiter an. Hinsichtlich der «Finanzierungsregimes» expandieren insbesondere die Obligatorische Krankenversicherung und die Selbstzahlungen am stärksten.

Volkswirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitssektors
Der Gesundheitssektor wird zu einem immer wichtigeren Zweig der Schweizer Wirtschaft. Im Jahr 2017 waren 7.3% der Gesamtbeschäftigten, in Vollzeitäquivalenten gerechnet, in diesem Sektor beschäftigt. Der Anteil des Gesundheitswesens an der gesamten Wertschöpfung lag im Jahr 2016 bei nunmehr 5.4%. (KOF/mc/ps)

Zur Studie
Die Prognose der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich zur Entwicklung der schweizerischen Gesundheitsausgaben wird zweimal jährlich publiziert. Die Frühjahrsprognose unterstützt die Firma TopPharm durch einen Forschungsbeitrag, die Herbstprognose unterstützt der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch.

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