Givaudan bleibt trotz Inflation zuversichtlich

Givaudan bleibt trotz Inflation zuversichtlich
Labor am Hauptsitz von Givaudan in Vernier. (Foto: Givaudan)

Vernier – Der Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan bleibt auf Wachstumskurs. Steigenden Kosten belasten zwar auch beim Genfer Konzern die Profitabilität. Die Wachstumsdynamik soll im zweiten Semester aber beibehalten werden, wobei der Konzern die höheren Kosten weiter über Preiserhöhungen an die Kunden weitergeben will.

Der Umsatz stieg von Januar bis Juni 2022 um 8,3 Prozent auf 3,65 Milliarden Franken. Das um Zu- und Verkäufe und Währungseinflüsse bereinigte Wachstum lag bei 6,2 Prozent und zog damit im zweiten Quartal auf 7,9 Prozent von 4,6 Prozent im ersten an, wie der Zulieferer von Aromen und Duftstoffen für Nahrungsmittel sowie Haushalts- und Pflegeprodukte am Donnerstag berichtete.

Kosten belasten Profitabilität
Dabei konnte Givaudan den Angaben zufolge in allen Geschäftsbereichen zulegen. Im Aromen-Bereich erholte sich besonders stark das in der Corona-Krise geprügelte «Foodservice»-Segment. Und im Duft-Bereich stieg dank einem starken Neugeschäft insbesondere der Absatz von Luxusparfümen.

Aber auch Givaudan kam im derzeit stark inflationären Umfeld nicht ungeschoren davon. Die stark gestiegenen Input-Kosten konnte der Konzern nur in Teilen durch Preiserhöhungen und Kosteneinsparungen ausgleichen.

So hielt der Anstieg des Betriebsgewinns (EBITDA) nicht mit dem Umsatzwachstum mit. Er legte nur um 1 Prozent auf 816 Millionen Franken zu. Die EBITDA-Marge lag damit bei 22,4 nach 24,0 Prozent im Vorjahr. Der Reingewinn sank gar um 8,5 Prozent auf 440 Millionen.

CEO Andrier bleibt optimistisch
Givaudan-Chef Gilles Andrier blickt dennoch positiv auf die zweite Jahreshälfte. «Das Umsatzwachstum und die Profitabilität sind zwei Indikatoren für die gute Gesundheit des Unternehmens», kommentierte er im Interview mit der Nachrichten-Agentur AWP die Zahlen.

«Das Ziel ist nun, diese gute Umsatzdynamik in der zweiten Jahreshälfte fortzusetzen, um dadurch die Profitabilität zu schützen», so der CEO. Er ist zuversichtlich, dass dies sowohl im Aromen- wie auch im Riechstoffgeschäft gelingen wird.

Für das Gesamtjahr 2022 geht das Management dabei weiterhin von einem Anstieg der Input-Kosten von 9 Prozent aus. Man sei dabei «auf gutem Weg, in Zusammenarbeit mit den Kunden Preiserhöhungen durchzuführen», um die gestiegenen Kosten vollumfänglich auszugleichen.

Negative Reaktion an der Börse
Bei den Analysten kommen die Resultate insgesamt gut an. Gerade bei Umsatzwachstum sehen diese ihre Prognosen übertroffen. Aber auch beim Betriebsgewinn schnitt Givaudan etwas besser als durchschnittlich erwartet ab. Einige Experten heben dabei – gerade angesichts des derzeit schwierigen Umfelds – die Robustheit des Unternehmens hervor.

Andere Stimmen gehen angesichts der schwächelnden Konjunktur aber davon aus, dass die Aktie noch bis ins kommende Jahr hinein unter Druck bleiben könnte. An der Börse bleibt der Applaus bisher auch aus. Am (heutigen) Donnerstag verlieren die Aktien bis um 12.20 Uhr 1,1 Prozent auf 3299 Franken. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.