Givaudan kauft Sparte Spicetec Flavors & Seasonings von ConAgra Foods

Gilles Andrier
Givaudan-CEO Gilles Andrier. (Foto: Givaudan)

Givaudan-CEO Gilles Andrier. (Foto: Givaudan)

Vernier – Der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan kauft dem US-Unternehmen ConAgra Foods den Geschäftsbereich Spicetec Flavors & Seasonings ab. Spicetec passt in die Strategie 2020 von Givaudan, denn die Genfer wollen künftig mehr integrierte Lösungen anbieten. Also nicht nur das Aroma, sondern teilweise fertige Produkte.

Der Kaufpreis von 340 Mio USD will Givaudan aus bestehenden Ressourcen finanzieren. Spicetec produziert an seinen Standorten in Omaha (Nebraska), Carol Stream (Illinois) und Cranbury (New Jersey) eine Palette von Aromen, Gewürzen und kulinarischen Würzmischungen und beschäftigt 280 Mitarbeitende.

Der Jahresumsatz von Spicetec belief sich zuletzt auf 185 Mio USD; Angaben zur Profitabilität wurden nicht gemacht. Die Akquisition muss noch formell durch die zuständigen Kartellbehörden genehmigt und soll innerhalb der kommenden 60 bis 90 Tage abgeschlossen werden.

«Die Kombination der Kompetenzen von Givaudan bei Aromen mit dem Produktportfolio von Spicetec wird uns ermöglichen, unseren Kunden eine breitere Palette von Lösungen in den Bereichen verarbeitete Fleischprodukte, kulinarische Aromen für den Einzelhandel und Foodservice anzubieten», meint Mauricio Graber, Leiter der Division Aromen von Givaudan.

Analysten zufrieden – Börse reagiert nicht
Damit schlägt Givaudan punkto Akquisitionen wieder eine höhere Kadenz an, nachdem der 2006 erfolgte Kauf der britischen Quest eine längere Pause für deren Integration erfordert hatte. Nach Soliance in 2014 und Induchem in 2015 sei dies die dritte Transaktion innert zwei Jahren, rechnet Vontobel-Analyst Jean Philippe Bertschy vor.

Der Zukauf ist für Bertschy denn auch keine besondere Überraschung, habe doch das Management zuletzt öfters laut über Akquisitionen nachgedacht. Die neue Transaktion stehe auch voll im Einklang mit der 2020-Strategie.

ZKB-Analyst Daniel Bürki spricht von einer «mittelgrossen» Übernahme, die den Umsatz Givaudans um rund 4% erhöhe. Sie passe gut zur Strategie und erscheine auf den ersten Blick «einigermassen» preiswert. Sie ändere Bürkis Einschätzung für die Aktie allerdings nicht fundamental.

Auch die Börse reagiert gelassen: Um 10.40 Uhr notieren Givaudan 0,3% tiefer bei 1’938 CHF bei einem 0,19% höheren Gesamtmarkt SMI. Die Aktien sind Analysten zufolge stattlich bewertet. Der höchste je bezahlte Preis wurde vor rund einer Woche bei 1’958 CHF erreicht. (awp/mc/upd/ps)

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