Givaudan steigert 2015 den Gewinn deutlich

Gilles Andrier
Givaudan-CEO Gilles Andrier. (Foto: Givaudan)

Givaudan-CEO Gilles Andrier. (Foto: Givaudan)

Vernier – Der Aromen- und Riechstoffkonzern Givaudan hat einmal mehr sein robustes Geschäftsmodell unter Beweis gestellt. Obwohl 2015 die Währungsentwicklung das Umsatzwachstum zunichte machte, verdiente das Unternehmen unterm Strich dank tieferer Kosten deutlich mehr. Das freut nicht nur die Börse, auch die Aktionäre werden mit einer höheren Dividende belohnt.

Zudem blickt CEO Gilles Andrier trotz diverser Unsicherheiten zuversichtlich nach vorne. «Wir sind durch die gute Entwicklung im dritten und vierten Quartal besonders in den Schwellenländern ermutigt», sagte der Firmenchef am Dienstag im Gespräch mit AWP.

Umsatz schrumpft leicht – Gewinn steigt kräftig
Der Umsatz fiel um 0,2% auf 4,40 Mrd CHF, wobei die Verkäufe in Lokalwährungen um 2,7% gestiegen sind. Der Reingewinn legte derweil um knapp 13% auf 635 Mio und der EBITDA um 1,6% auf 1’070 Mio CHF zu. Die entsprechende Marge betrug damit 24,3%, nach 23,9% im Vorjahr. Der freie Cashflow erreichte mit 720 Mio CHF 16,4% der Verkäufe.

Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung die Ausschüttung einer Bardividende von 54,00 CHF je Aktie vorschlagen, im Vorjahr waren es 50,00 CHF gewesen.

Aromen wächst – Riechstoffe nicht
Bei den Divisionen steigerte die Sparte Aromen den Umsatz um 0,2% auf 2,30 Mrd (+LW 3,5%), wogegen der Bereich Riechstoffe mit 2,10 Mrd CHF um 0,6% weniger umsetzte (LW +1,9%).

Bei den Aromen sei das Umsatzwachstum durch die Segmente Getränke, Milchprodukte und Snacks begünstigt worden, heisst es weiter. Der EBITDA der Sparte stieg um 4,4% auf 572 Mio CHF, die Marge lag bei 24,9% nach 23,9% im Vorjahr. Von den einzelnen Regionen wuchs Lateinamerika dank Absatzsteigerungen bei Gesundheits- und Wellnesslösungen sowie das Getränkesegment. In Nordamerika trugen Neugeschäfte und Volumensteigerungen im bestehenden Geschäft zum starken Ergebnis bei. Auch in Asien-Pazifik, Afrika und dem Nahen Osten gab es Zuwächse – trotz der angespannten Konjunkturlage in Osteuropa und der schwierigen Marktbedingungen in Indonesien und Thailand.

Die Division Riechstoffe verzeichnete derweil neben dem Umsatzrückgang auch einen leicht tieferen EBITDA von 498 Mio CHF (-1,4%), die Marge lag bei 23,7% nach 23,9% im Vorjahr. Zusammen mit Soliance und der jüngst übernommenen Induchem lag das Umsatzwachstum in Lokalwährung bei 3,1%. Sowohl in den Unterbereichen Luxusparfümerie als auch Konsumgüter stieg der Umsatz, während der Bereich Riechstoff- und Kosmetik-Ingredienzen einen Rückgang verzeichnete.

Mittelfristziele bestätigt
Givaudan bekräftigt zudem die Mittelfristziele vom Investorentag im August. Demnach streben die Genfer im Durchschnitt über den Zeitraum 2015-2020 jährlich ein organisches Wachstum von 4 bis 5% an und wollen damit das Marktwachstum übertreffen. Die Free Cashflow-Rendite soll gemessen an den Verkäufen in der Bandbreite von 12-17% liegen. Die bestehende Dividendenpraxis soll im Rahmen dieser Ziele beibehalten werden.

Die Ziele bezeichnete CEO Andrier zwar «ähnlich ambitioniert wie die vorherige Guidance. Aber wir haben die richtige Strategie, um auch diese Ziele zu erreichen und sind dafür gut auf Kurs», erklärt der Firmenchef.

Ein spannender Markt könne der Iran werden. «Wir haben bereits vor 5 Jahren in Teheran ein Büro eingerichtet – Givaudan hat ja den Ruf, ein ‹early bird› zu sein, wenn es um die Schwellenländer geht. Schliesslich waren wir auch in China sehr früh dabei», sagte Andrier. Mit Blick auf die Entwicklung im Iran zeigte er sich sehr zuversichtlich.

Aktie steigt
Analysten zeigten überwiegend sehr zufrieden mit den soliden Zahlen der Genfer, dafür sei die Bewertung der Titel aber auch recht hoch. Die Aktie ging in einem klar schwächer tendierenden Gesamtmarkt (SMI: -1,37%) mit 1’908 CHF unverändert aus dem Handel. Zeitweise wurde gar mit 1’945 CHF ein neues Rekordhoch markiert. (awp/mc/pg)

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