Glencore-CEO mit Börsengang zufrieden

Ivan Glasenberg

Glencore-CEO Ivan Glasenberg.

Zürich – Der weltgrösste Rohstoffhändler Glencore hat in einem unruhigen Marktumfeld den Sprung an die Börsen in London und Hongkong gewagt. CEO Ivan Glasenberg zeigt sich im Interview mit der Zeitung NZZ (Ausgabe; 30.06.) über den Börsengang zufrieden: «Die Investoren waren willig, in Glencore zu investieren.»

Das Ziel sei es gewesen, strategische Investoren an Glencore zu binden. Grosse, langfristig ausgerichtete Qualitätsanleger wie Blackrock, der Staatsfonds von Abu Dhabi und GIC hätten investiert. Dass der Aktienkurs im Anschluss an das IPO um rund 10% unter den Emissionspreis gefallen sei, habe vor allem mit den fallenden Rohstoffpreisen zu tun, so Glasenberg weiter. Er hoffe aber, dass die Investoren an den langfristigen Wert von Glencore glauben. «Wir sind zuversichtlich, dass das Unternehmen die Gewinne erwirtschaften wird, die wir erwarten. Daran arbeiten wir jeden Tag.» Schliesslich gehörten über 80% des Unternehmens den Mitarbeitern. «All mein Geld steckt in Glencore», so Glasenberg weiter.

Anteil der Publikumsaktionäre soll zunehmen
Der Anteil der Publikumsaktionäre – in einem ersten Schritt wurden 16,9% des Kapitals im Publikum platziert – werde zunehmen, wenn die Verkaufssperren auslaufen. «Ich wäre sehr erstaunt, wenn in zehn, fünfzehn Jahren die Aktienmehrheit am Unternehmen noch in den Händen der Mitarbeiter sein sollte.» Das Geschäftsmodell von Rohstoffhandel kombiniert mit industriellen Beteiligungen ergebe viele Synergien, erklärt der CEO. Arbitragegelegenheiten könnten genutzt und die Boote an die Orte mit den besten Preisen gelotst werden. Der Ausbau der Beteiligungen werde fortgesetzt. Glencore glaube daran, dank guter Kenntnisse der Gebiete, Chancen früh zu erkennen und billig zukaufen zu können.

Schweiz mit Standortvorteilen
Was eine Fusion mit der Minenbetreiberin Xstrata, an der Glencore bereits 34,5% hält, bringen könnte, wollte Glasenberg nicht kommentieren. «Was ich aber sagen kann, ist, dass derzeit die Förderung der Xstrata-Minen nicht nahtlos ins Glencore-System fliesst. Wir glauben, wenn uns das gelänge, könnten wir Mehrwert erzielen.» Das Glencore in der Schweiz domiziliert ist, sei zum Vorteil des Unternehmens. «Ich lebe seit über zwanzig Jahren in der Schweiz und geniesse die zentrale Lage, den guten Arbeitsmarkt und das effiziente Bildungswesen sowie die gute Infrastruktur.» Zudem sei die Besteuerung in Zug attraktiv. «Die Schweizer sollten stolz auf Glencore sein, denn wir sind eine Erfolgsgeschichte», sagte Glasenberg. (awp/mc/ss)

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