Glencore mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet – Kupfer im Fokus

Glencore mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet – Kupfer im Fokus
Kupfermine von Glencore. (Foto: Glencore)

Baar – Glencore blickt auf ein durchzogenes, aber im zweiten Halbjahr deutlich stärkeres Geschäftsjahr 2025 zurück. Mit Blick auf 2026 sieht das Management nun klaren Rückenwind durch spürbar gestiegene Rohstoffpreise und eine verbesserte Marktdynamik im Energiegeschäft. Strategisch bekräftigt der Rohstoff-Konzern den geplanten Ausbau des Kupfergeschäfts.

«Nach einem erwartungsgemäss schwachen ersten Halbjahr haben höhere Metallpreise und verbesserte Produktionsvolumen im zweiten Halbjahr klar mehr Schwung gebracht», sagte Konzernchef Gary Nagle bei der Präsentation der Jahreszahlen am Mittwoch. Vor allem im Kupfergeschäft habe sich die Dynamik deutlich verbessert. Auch die operative Disziplin habe sich ausgezahlt.

Der Umsatz stieg 2025 um 7,2 Prozent auf 248 Milliarden Dollar. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) ging zwar um 5,9 Prozent auf 13,5 Milliarden zurück, zog im zweiten Halbjahr jedoch deutlich an.

Unter dem Strich erzielte Glencore wieder einen Gewinn von 0,3 Milliarden Dollar nach einem Verlust von 1,6 Milliarden im Vorjahr. Die Aktionäre sollen eine Gesamtausschüttung von 0,17 Dollar je Aktie erhalten nach 0,13 Dollar im Jahr davor.

Rückenwind durch höhere Energiepreise
Für 2026 sieht sich Glencore mit «starkem Momentum» unterwegs. Vor allem im Energie- und Kohlegeschäft hätten sich die Marktbedingungen deutlich verbessert. Stahlkohlepreise lägen mit über 230 US-Dollar je Tonne klar über dem Durchschnitt von rund 188 Dollar im Jahr 2025. Auch bei thermischer Kohle zeige sich eine spürbare Erholung.

Auf Basis der aktuellen Marktpreise würde sich rechnerisch ein annualisierter EBITDA von über 18 Milliarden Dollar ergeben, erklärte Finanzchef Steven Kalmin. Das entspräche einem Plus von rund einem Drittel gegenüber 2025.

Strategisch bleibt der Ausbau des Kupfergeschäfts zentral. Die Produktion soll mittelfristig von 0,85 Millionen Tonnen im Jahr 2025 auf 1,6 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Projekte wie die Erweiterung der Kupfermine KCC im Kongo oder das neue Projekt Quechua in Peru sollen diesen Ausbau vorantreiben.

Rio-Deal gescheitert – Kohle bleibt im Konzern
Konkreter äusserte sich Nagle auch zu den gescheiterten Fusionsgesprächen mit Rio Tinto. «Es ging am Ende um den Wert», sagte er. Man habe sich bei der Bewertung nicht annähern können. Ein Zusammenschluss hätte einen Rohstoffkonzern mit einem Börsenwert von über 260 Milliarden Dollar geschaffen und wäre die grösste Fusion der Branche gewesen.

Der Zusammenschluss sei aber keine strategische Notwendigkeit gewesen, betonte Nagle. Man hätte den Deal zwar gerne gemacht – aber nur «wenn es für beide Seiten funktioniert». Glencore verfüge auch eigenständig über ein starkes Portfolio und die «beste Pipeline an Kupfer-Wachstumsprojekten weltweit».

Gleichzeitig sieht Glencore derzeit keinen Druck von Aktionärsseite für eine Abspaltung des Kohlegeschäfts. Seit dem Entscheid 2024, die Sparte im Konzern zu belassen, habe es «null» entsprechende Forderungen gegeben. (awp/mc/pg)

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