Glencore 2011: Umsatz und Gewinn deutlich höher

Ivan Glasenberg

Glencore-CEO Ivan Glasenberg.

Baar – Der in Zug domizilierte Rohstoffproduzent und -händler Glencore hat im Geschäftsjahr 2011 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn klar zugelegt. Dabei hat das Unternehmen vor allem von gestiegenen Rohstoffpreisen sowie einer erhöhten Eigenproduktion profitiert. Beim Ausblick gibt sich das Unternehmen zuversichtlich. So wird auf für 2012 mit einem starken organischen Wachstum gerechnet. Auch vom geplanten Zusammenschluss mit dem Minenbetreiber Xstrata erwartet das Glencore-Management weiteren Zugewinn für die Aktionäre.

Der Umsatz erhöhte sich 2011 um 28% auf 186,15 Mrd USD und der adjustierte EBIT um 2% auf 5,40 Mrd USD. Unter dem Strich verblieb ein um 7% höherer Reingewinn vor Sondereinflüssen von 4,06 Mrd USD, wie das Unternehmen am Montag bekannt gab. Als Schlussdividende wird 0,10 USD vorgeschlagen, womit die Gesamtdividende für 2011 0,15 USD betragen würde.

Segmente Metalle und Energieproduktion stark
Beim adjustierten EBIT verzeichnete das Unternehmen im Segment Metals und Minerals einen Anstieg von 17% auf 2,56 Mrd USD, angetrieben von höheren Rohstoffpreisen und einer gesteigerten Eigenproduktion. Den grössten Zuwachs verzeichnete dank stark gestiegenen Ölpreisen indes das Segment Energy Products mit einem Plus von 56% auf 1,07 Mrd.

Agricultural schwach
Dem gegenüber resultierte im Segment Agricultural Products ein negativer EBIT von 47 Mio USD, dies nach einem positiven Beitrag 2010 von 717 Mio. Ursache für den massiven Rückgang war der stark volatile Baumwollmarkt. Hier habe die starke Volatilität zu ineffektivem Hedging und starken Verlusten geführt. Kompensiert wurde der Rückgang aber von einem um 34% auf 1,77 Mrd gestiegenen EBIT des Segments Corporate and Other, wo unter anderem der Beitrag der Xstrata-Beteiligung verbucht wird.

Nach Sonderkosten hat ein Reingewinn (nach Minderheiten) von 4,05 Mrd USD resultiert. Dies entspricht mehr als einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreswert von 1,29 Mrd. Während im Vorjahr vor allem Wertberichtigungen auf Kohleverträge belasteten, konnte im Berichtsjahr ein deutliches Plus bei der Gewinnsteuer aufgrund von Kotierungs- und Restrukturierungseffekten verzeichnet werden.

Ausblick für 2012 positiv
Für 2012 sieht das Unternehmen sich weiter verbessernde Marktbedingungen. Man sei denn auch bei allen Segmenten gut ins neue Jahr gestartet, heisst es. «Die Urbanisierung in den Schwellenmärkten wird weiterhin zu einem Anstieg der Rohstoffnachfrage pro Kopf führen, da die Nachfrage nach Gütern und Produkten, die in Industriegesellschaften als selbstverständlich gelten, weiter ansteigt», lässt sich Glencore-CEO Ivan Glasenberg in der Mitteilung zitieren. Dies und die starken Perspektiven für organisches Wachstum würden auch 2012 ein wesentlicher Wachstumstreiber sein. «Konservativ geschätzt» werde das organische Wachstum bis zum Jahr 2014 sogar über 50% betragen.

Segment Industrial dürfte deutlich zulegen
Dabei dürfte vor allem das Segment Industrial deutlich zulegen, wie den Präsentationsunterlagen für eine Telefonkonferenz (12.30 Uhr) zu entnehmen ist. So hat sich die Produktion in den beiden Kupferminen Katanga und Mutanda gut verdreifacht. Auch werde in Aseng die Ölproduktion 2012 auf vollen Touren laufen. Davon dürfte durch Synergieeffekte auch das Segment Marketing profitieren. Hier habe sich bereits Ende des vierten Quartals 2011 eine Verbesserung der Marktbedingungen abgezeichnet.

Auch der letztes Jahr vollzogene Börsengang werde weiteres Wachstumspotential erschliessen. Insgesamt sei durch die hinzugewonne Liquidität sowie durch starke Kreditfaszilitäten bei Banken ein Netto-Cashbestand von rund 6 Mrd USD in den Büchern. Dies biete vielfältigen Handlungsspielraum, um Opportunitäten für externes Wachstum zu nutzen.

Fusion mit Xstrata schafft Mehrwert
Glencore will sich bekanntlich mit dem Bergbauunternehmen Xstrata zusammenschliessen. Am 7. Februar kamen die beiden Unternehmen überein, dass Xstrata-Aktionäre 2,8 Glencore-Aktien pro eigene Aktie erhalten sollen. Die Fusion ist für das dritte Quartal 2012 geplant. Mit dem Zusammenschluss entstehe der «grösste vertikal integrierte Rohstoffhandelskonzern der Welt», hiess es dazu von Seiten Glencores. (awp/mc/upd/ps)

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