Goldbach Group 2011: Umsatz steigt um 36%

Klaus Kappeler

Goldbach-CEO Klaus Kappeler.

Küsnacht – Die Goldbach Group ist im abgelaufenen Jahr dank dem Fernsehgeschäft markant gewachsen. Weniger gut lief es dagegen im Online-Bereich. Gemäss vorläufigen Zahlen stieg der Nettoumsatz 2011 um 36% auf 446 Mio CHF und übertraf damit die durchschnittlichen Prognosen der Analysten. An der Börse werden die Zahlen am Mittwochvormittag freundlich aufgenommen.

Wachstumstreiber war der Bereich Media (Vermarktung von TV- und Radio-Werbung), welcher um 62% zulegte und mittlerweile insgesamt 76% zum Gesamtumsatz beiträgt. Massgeblich Anteil an der Umsatzsteigerung hatten die seit Beginn 2011 neu zum Schweizer TV-Portfolio gehörenden Privatsender ‹Sat1›, ‹Kabel eins› und ‹3+› bei. Das Wachstum stamme indes nicht nur von den neuen Sendern, auch das bestehende Portfolio habe mit rund 20% signifikant zugelegt, schreibt die Werbevermarkterin am Mittwoch in einer Mitteilung.

Umatzminus im Online-Geschäft

Der Bereich Goldbach Audience, in dem das Online-Werbegeschäft in der Schweiz, Österreich, im südadriatischen und osteuropäischen Raum zusammengefasst ist, verzeichnete dagegen ein Umsatzminus von 15%. Mehr als ein Drittel des Umsatzrückgangs sei auf negative Wechselkurseffekte zurückzuführen. Zum Gruppenumsatz im Gesamtjahr trug Audience damit 15% bei. Goldbach Interactive schliesslich wuchs 2011 um 5%. Im wirtschaftlich schwierigen Marktumfeld nutze die Werbewirtschaft verstärkt die klassische Fernseh- und Radiowerbung zur Markenpositionierung, so CEO Klaus Kappeler in der Medienmitteilung. Online-Werbung dürfte dagegen im aufstrebenden Konjunkturzyklus wieder von höheren Budgets profitieren. Der Umsatzanteil des internationalen Geschäftes verminderte sich auf 13% nach 21% im Vorjahr.

Bezüglich Profitabilität für 2011 oder Ausblick auf das laufende Jahr wurden in der Mitteilung keine Aussagen gemacht. Goldbach bekräftigte anlässlich der Publikation des Halbjahresabschlusses, dass der EBIT im Gesamtjahr im zweistelligen Prozentbereich zulegen soll. Das vollständige Jahresergebnis wird die Goldbach Group am 6. März 2012 vorlegen.

Grundsätzlich positive Analystenreaktionen
Am Markt zeigt man sich in den ersten Reaktionen insbesondere über das gut laufende TV-Geschäft erfreut. Brillantes TV- und Radio-Geschäft titelt beispielsweise die ZKB. Goldbach habe ein klar über den Erwartungen ausgefallenen Umsatz erwirtschaftet, so die ZKB weiter. Die Bank schätzt, dass rund 70 Mio CHF des Umsatzzuwachses von den neu gewonnen TV-Mandaten stammt.

Weniger angetan zeigen sich die Experten dagegen von der Online-Performance. Der Umsatz (Audience und Interactive zusammen) sei hier im Jahresvergleich um 10% zurückgegangen und dies entgegen dem Markttrend, schreibt die Bank Vontobel. Verantwortlich dafür seien die anhaltende Marktzersplitterung, zunehmender Konkurrenzdruck sowie die Währungen. Insgesamt sieht Vontobel die Audience-Division im zweiten Halbjahr noch schwächer als befürchtet. Werden die Investoren Goldbach auch weiter als Online-Wachstumsstory sehen, fragt sich Vontobel vor diesem Hintergrund. Immerhin scheine das Schlimmste aber vorüber zu sein, gibt sich die ZKB etwas zuversichtlicher.

Aktien im Plus
Die Goldbach-Aktien zeigen sich nach der Kurshalbierung in Jahr 2011 im frühen Mittwochs-Handel von ihrer freundlichen Seite und legen bis 9.55 Uhr bei vergleichsweise hohem Handelsvolumen um 3,2% auf 22,30 CHF zu. Der SPI notiert zur gleichen Zeit 0,32% im Minus. (awp/mc/upd/ps)

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