Gurit: Reingewinn sinkt auf 9,5 Mio CHF

Rudolf Hadorn

Gurit-CEO Rudolf Hadorn.

Wattwil – Die in der Chemie- und Kunststofftechnologie tätige Gurit hat im ersten Halbjahr 2011 deutlich weniger verdient als noch im Vorjahr. Das Unternehmen rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit einer Umsatzsteigerung und einer Verbesserung der betrieblichen EBIT-Marge. Gurit bekräftigt am Freitag die zu Jahresbeginn ausgegebene Guidance für die EBIT-Marge.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr währungsbereinigt um 16,8% auf 163,1 Mio CHF. In Schweizer Franken betrug der Zuwachs 4,3%, ohne Übernahmen 1,3%. Das Unternehmen erzielte einen Gruppen-EBIT von 13,1 Mio nach 21,9 Mio CHF im Vorjahr. Dieser enthalte in der Berichtsperiode einen einmaligen Gewinn von 2,9 Mio aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendigen Baulands in der Schweiz. Vor Jahresfrist wurde ein Sonderertrag von 7,4 Mio aus einem beigelegten Patentstreit berücksichtigt.

Erwartungen ausser bei Reingewinn verfehlt

Der betriebliche EBIT inklusive Sonderfaktoren lag bei 10,2 Mio nach 14,6 Mio im ersten Semester 2010; vor ausserordentlichen Posten resultierte ein um rund 27% tieferer EBIT von 9,7 Mio – entsprechend einer Marge von 6,0%. Der Reingewinn stellte sich bei 9,5 (VJ 16,2) Mio CHF ein. Damit hat der Hersteller von Hochleistungs-Verbundwerkstoffen die Erwartungen der Analysten ausser beim Reingewinn verfehlt. Experten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit einem Umsatz von 167,8 Mio, einem EBIT ohne Sondereffekten von 13,6 Mio und einem Reingewinn von 9,3 Mio CHF gerechnet.

Wind Energy: China-Markt stagniert
Im Bereich Wind Energy steigerte Gurit den Umsatz mit Kernwerkstoffverkäufen. Nach Jahren starken Wachstums habe allerdings der chinesische Markt stagniert, schreibt Gurit. In Indien entwickelt sich der Absatz hingegen dynamisch, während in Europa die Nachfrage wegen der Schliessung eines Kundenwerks tiefer ausfiel. Im amerikanischen Markt belebt sich der Pre-preg-Umsatz spürbar und dürfte laut Gurit im zweiten Semester weiter wachsen. Der Halbjahresumsatz stieg um 21,4% auf 90,1 Mio CHF. Höhere Rohmaterialkosten hätten bereits teilweise an die Kunden weitergegeben werden können, allerdings zeitverzögert.

Automotive-Geschäft volatil
Bei Tooling sieht Gurit eine starke Erholung auf dem chinesischen Markt für Rotorblatt-Bauformen und auch der Export nach Indien, sowie vereinzelt in die USA und nach Europa entwickelten sich positiv. Der Umsatz sank um 32,8% auf 18,7 Mio CHF, das zweite Quartal fiel allerdings bedeutend besser aus als das erste. Im Aerospace-Markt erwartet Gurit in den kommenden Jahren aufgrund neuer Produkte und der Expansion in die Märkte für regional- und Business-Jets zusätzlichen Aufschwung. Das Automotive-Geschäft zeigte sich indes volatil. Der Umsatz stieg um 5,5% auf 28,1 Mio CHF. Der Marine-Markt sank um 6,4% auf 25,6 Mio CHF, währungsbereinigt hätte allerdings ein Wachstum von 4,1% resultiert.

Weitere Umsatzsteigerung im H2 erwartet
Gurit geht für das zweite Halbjahr 2011 von einer Umsatzsteigerung und eine Verbesserung der betrieblichen EBIT-Marge aus. Das Erreichen einer betrieblichen EBIT-Marge in der Zielspanne von 8 bis 10% sei im heutigen wirtschaftlichen Umfeld eine Herausforderung, so Gurit. (awp/mc/upd/ps)

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