Gurit schafft neuen Composite-Geschäftsbereich

Rudolf Hadorn

Gurit-CEO Rudolf Hadorn.

Zürich – Der Spezialkunststoff-Hersteller Gurit bündelt seine Kompetenzen im Strukturengineering mit Ressourcen der Geschäftsentwicklung und der Prototypenfertigung neu im Geschäftsbereich Engineered Structures. In diesem «Test- und Entwicklungslabor» sollen neue Marktchancen für Verbundwerkstoffe noch gezielter angegangen werden, hiesst es in einer Mitteilung.

Engineered Structures übernehme auch künftig die Engineering-Aufgaben der Zielmärkte Marine und Wind Energy, hiesst es. Zusätzlich werde der neue Geschäftsbereich für weitere Anwendungen die komplette Wertschöpfungskette von der Konzeptentwicklung über das Strukturengineering und die Materialwahl, bis hin zur raschen Prototypen- und Komponentenfertigung abdecken.

Harvey an der Spitze des neuen Bereichs
Graham Harvey, derzeitig General Manager des Marine-Geschäfts von Gurit, wird den neuen Geschäftsbereich vom 1. Oktober 2011 an leiten und direkt an den CEO berichten. Die Suche nach einem neuen General Manager für das Marine-Geschäft wurde bereits lanciert. Graham Harvey zeichnet weiter für die Marine-Einheit verantwortlich, bis ein Nachfolger übernimmt.

Basis für eine nächste Wachstumsinitiative
«Der neue Geschäftsbereich ist die Basis für eine nächste Wachstumsinitiative von Gurit. Sie folgt auf den raschen Aufbau der Marktpräsenz in Asien und die strategische Ausweitung des Material- und Serviceangebots im Windenergie-Markt mit der Angliederung des Formenbaus (Tooling) und der Entwicklung einer kompletten Materialpalette bei den Strukturkernmaterialien», lässt sich CEO Rudolf Hadorn in der Mitteilung zitieren.

Vontobel erwartet kurzfristig keine zusätzlichen Erträge
Der Vontobel-Analyst Patrick Rafaisz erwartet durch den neuen Geschäftsbereich kurzfristig keine zusätzlichen Erträge. Konkret schätzt er den Umsatz des neuen «Testlabors» auf 4 bis 5 Mio CHF. Dabei werde die EBIT-Marke den Gruppendurchschnitt leicht unterbieten, was laut Rafaisz daran liege, dass in der neuen Geschäftseinheit die Geschäftsentwicklung enthalten ist. Seiner Einschätzung nach versuche Gurit, seine Expertise bei Verbundwerkstoffen zu nutzen, um das Kundenspektrum auszuweiten und das Wachstum zu beschleunigen. Die Strategie sei allerdings nicht neu und so empfiehlt Rafaisz den Anlegern abzuwarten (Hold) bei einem Kursziel von 470 CHF.

Wegelin: Gurit auf Wachstum angewiesen
Als «begrüssenswert» bezeichneen die Marktbeobachter der Bank Wegelin die Gurit-News, da mit dem neuen Geschäftsbereich Marktchancen besser angegangen werden könnten. Nach den eher schwachen Halbjahreszahlen sei das Unternehmen denn auch auf Wachstum angewiesen. Durch die Kompetenzbündelung könne Gurit zum einen den globalen Trend zu erneuerbaren Energien gut bedienen. Zum zweiten werden im Bereich Automotive die Verbundwerkstoffe auch zunehmend an Bedeutung gewinnen, da alternative Antriebsformen und verbesserte Energieeffizienz Gewichtseinsparungen verlangen würden. Und genau hier sieht Wegelin Gurit in einer guten Position. Daher seien die langfristigen Aussichten intakt, auch wenn der weitere Kursverlauf der Aktie von der konjunkturellen Entwicklung in Europa geprägt werde, hiess es weiter. (awp/mc/pg)

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