Herr und Frau Schweizer besorgter als früher

Zürich – Die grösste Sorge von Schweizerinnen und Schweizer bleiben die steigenden Krankenkassenprämien. Für Besorgnis und Unmut sorgen auch der Alkoholmissbrauch und die zunehmende Gewaltbereitschaft der Jugend sowie aggressive und belästigende Werbemethoden. Grundsätzlich sind die Schweizer besorgter als in früheren Jahren.

Dies zeigt der aktuelle „Pulsmesser“ des Konsumentenforums kf, das seit fünf Jahren Schweizerinnen und Schweizer repräsentativ hinsichtlich ihrer Wahrnehmung konsumrelevanter Themen befragt. Die hohen Gesundheitskosten bzw. steigenden Krankenkassenprämien sind dabei ganz klar Dauerbrenner auf der Sorgenliste. Auch dieses Jahr erzielte das Thema den Höchstwert. Die Konsumentinnen und Konsumenten benoteten die steigenden Gesundheitskosten auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht besorgniserregen) bis 6 (sehr besorgniserregend) mit 5.

Schmerzgrenze erreicht
Dies bedeutet gegenüber den Vorjahren nochmals eine leichte Steigerung. kf-Präsidentin Franziska Troesch-Schnyder erwartet von der Politik endlich Lösungen zur Senkung der Gesundheitskosten: „Für viele Menschen hat die Prämienbelastung die Schmerzgrenze längst überschritten.“

Topthemen Jugendgewalt und belästigende Werbung
Nahezu gleichauf mit den Gesundheitskosten auf Platz 2 liegt das Thema „Alkoholmissbrauch und zunehmende Gewaltbereitschaft der Jugend“. Platz 3 belegt mit der „aggressiven und belästigenden Werbung“ (4,6) ein Thema, das seit Jahren für Ärger sorgt. Dasselbe gilt für Platz 4, „dubiose Geschäftspraktiken im Internet“ (4,5).

Stromkosten und service public wieder Thema
Das breite Pulsmesser-Mittelfeld belegen Themen, die in den Vorjahren die Gemüter eher wenig erhitzen, nun aber mehr Beachtung finden: „Steigende Strom- und Energiekosten“ (4,5), „Service und Preise der SBB“ (4,5) sowie „Gebühren und Abgaben der öffentlichen Hand“ (4,5). Auch das Thema „Pornografie im Internet und anderen neuen Medien“ (4,4) findet wieder deutlich mehr Beachtung als in den Vorjahren. Dasselbe gilt für „Überschuldung durch unkontrollierten Konsum“ (4,4).

Generell mehr Besorgnis
Die Konsumentinnen und Konsumenten benoteten die vorgegebenen Themen generell deutlich höher als in den Vorjahren. Ausreisser nach unten blieben diesmal aus. Dieses Bild zeigt sich auch beim Schlusstrio „Arbeitsplatzverlust durch Einkaufstourismus“ (4,3), „schlechte Konsumentenstimmung aufgrund düsterer Wirtschaftsaussichten“ (4,1) und „Gefahren im Umgang mit Social Media Netzwerken“ (4,1). Isopublic-Geschäftsführer Matthias Kappeler sieht darin eine Bestätigung eines Trends, den er auch in anderen Umfragen feststellt. „Wir sind mit einer grundsätzlich eher gedämpften Stimmung und gewissen Zukunftsängsten konfrontiert.“ (kf/mc/pg)

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