High-Tech-Sektor zentraler Treiber der Schweizer Industrie

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Basel – Der Industriestandort Schweiz wird immer stärker von technologieintensiven Branchen geprägt. Während die Non-High-Tech-Industrien im Zeitraum seit 2000 kaum noch expandieren konnten, steigerte der High-Tech-Sektor die reale Bruttowertschöpfung um durchschnittlich 6.3 Prozent pro Jahr und erhöhte damit seinen Anteil an der gesamten Industrie von 34 auf 47 Prozent. Dies zeigt eine aktuelle Branchenstudie von BAKBASEL zum High-Tech-Standort Schweiz.

Innovation gilt als Schlüsselfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung
Im Zuge der Globalisierung kommen Volkswirtschaften mit überdurchschnittlichem Lohn- und Lebensstandard im Kostenwettbewerb immer stärker unter Druck. Der Ausweg wird in einer Ausrichtung und Fokussierung auf wissens- und innovationsintensive Tätigkeiten gesehen, da man sich als Technologieführer und Nischenanbieter dem Kostenwettbewerb zumindest teilweise entziehen kann.

High-Tech-Sektor fungiert als zentraler Treiber der Schweizer Exportbasis
Die innovationsintensivsten Branchen sind eindeutiger Wachstumsleader in der Industrie und stellen gegenwärtig den zentralen Wachstumstreiber der gesamten Schweizer Exportbasis dar. Das Wachstum der Schweizer Industrie wurde im Zeitraum zwischen 2000 und 2012 fast ausschliesslich im High-Tech-Sektor generiert. Dieser Strukturwandel hinterlässt auch Spuren auf dem Arbeitsmarkt: Während die Zahl der Erwerbstätigen im High-Tech-Sektor zwischen 2000 und 2012 um 55‘000 Personen anstieg, kam es in der restlichen Industrie zu einer Abnahme um rund 60‘000 Personen.

Herausforderungen für die Sicherstellung der Innovationsführerschaft
Die Branchenanalyse macht deutlich, dass Innovation für den Wohlstand und das Wirtschaftswachstum der Schweiz eine Schlüsselrolle spielt. Gegenwärtig bescheinigen internationale Vergleiche der Schweiz eine sehr gute Position im Innovationswettbewerb. Sie verfügt gemäss European Innovation Scoreboard der Europäischen Kommission über eine exzellente Ausstattung an Innovationskapazitäten und liegt auch in Bezug auf Innovationsaktivitäten und Innovationsoutput deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Für die künftige Sicherung der Innovations- und Technologieführerschaft bedarf es weiterer Anstrengungen, damit die Schweiz ihre internationale Spitzenposition aufrechterhalten kann. Hierzu gehört einerseits eine Bildungspolitik, welche zur Sicherung der Innovationskapazität beiträgt. Andererseits sollte aber auch dafür Sorge getragen werden, dass die Rahmenbedingungen für die Innovationsaktivitäten der Unternehmen und deren kommerzielle Inwertsetzung weiterhin international wettbewerbsfähig ausgestaltet werden.

Die Strategien einiger Länder zielen darauf ab, die Innovationstätigkeit der Unternehmen mit Hilfe von finanziellen und steuerlichen Anreizen zu fördern. Angesichts der Einführung solcher Praktiken in zahlreichen europäischen Ländern könnte die aktive Förderung der Innovationstätigkeit von Unternehmen in der Zukunft auch in der Schweiz eine grössere Rolle spielen als bislang. Die gegenwärtig in der Schweiz diskutierten Vorschläge der Einführung einer Lizenz- oder Innovationsbox im Rahmen der Unternehmenssteuerreform III zielen in diese Richtung.

In der Zukunft warten weitere Herausforderungen: Beispielsweise mit dem schon heute vorherrschenden Fachkräftemangel, der sich mit der demographischen Entwicklung in Zukunft noch weiter zuspitzen wird und der sich mit der allfälligen Einführung von Kontingenten für ausländische Arbeitskräfte zusätzlich zu verschärfen droht. Eine Fachkräftestrategie wird also dringend benötigt. In diesem Zusammenhang wird neben bildungspolitischen Elementen auch die bessere Ausnutzung des bestehenden Arbeitskräftepotenzials diskutiert. (BAKBASEL/mc/pg)

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