Hochdorf verdient 2015 ein Fünftel weniger

Thomas Eisenring

Hochdorf-CEO Thomas Eisenring. (Foto: Hochdorf)

Hochdorf – Der Nahrungsmittel-Hersteller Hochdorf hat im vergangenen Geschäftsjahr 2015 unter dem Strich wegen des starken Frankens weniger verdient. Ausserdem will er sich mit einer neuen Strategie mittelfristig vermehrt auf Premiumprodukte konzentrieren.

Der Reingewinn sank um knapp ein Fünftel auf 13,0 Mio CHF. Auf Stufe EBIT fiel das Ergebnis dagegen mit 20,1 Mio minim besser aus als im Vorjahr (20,0 Mio), die entsprechende Marge erreichte damit 3,7% nach 4,7% im Vorjahr.

Der Rückgang beim Reingewinn begründe sich ausschliesslich mit dem Währungseffekt, teilte Hochdorf am Donnerstag mit. Zum EBIT heisst es, die getroffenen Massnahmen zur Effizienzsteigerung zeigten Wirkung. Es werde aber auch deutlich, dass die akquirierten Unternehmen – wie angekündigt – noch keinen Beitrag zu einer Ertragssteigerung geleistet hätten.

Bereits seit Ende Januar mehr oder weniger bekannt ist der Umsatz: Es resultierte ein Wachstum von fast 30% auf 551,2 Mio CHF, ausserdem stieg die verarbeitete Menge Milch etc. um rund die Hälfte. Das Volumen- und Umsatzwachstum erklärt sich mit Akquisitionen. Ohne diesen Effekt hätte die Gruppe hingegen einen Umsatzrückgang in Kauf nehmen müssen. Hauptverantwortlich dafür waren den Angaben zufolge die tieferen Milchpreise, die Aufhebung des Euro-Mindestkurses sowie die «bewusst reduzierte» Absatzmenge im Milchwerk in Prenzlau.

Aufgrund der Resultate soll eine unveränderte Dividende von 3,70 CHF pro Aktie bezahlt ausgeschüttet werden, womit eine Dividendenrendite von 2,7% per Stichtag Ende 2015 erreicht wird.

Neue Strategie mit Fokus auf Premium-Produkte
Für das laufende Jahr zeigt sich Hochdorf eher vorsichtig. Die internationalen Märkte zeigten noch keine Zeichen der Erholung, heisst es. «Wegen der nach wie vor tiefen Marktpreise für Milchprodukte erwarten wir im laufenden Geschäftsjahr einen Brutto-Verkaufserlös in der Höhe von 560 bis 600 Mio», erklärt CEO Thomas Eisenring in der Mitteilung. Dank laufender interner Projekte soll zudem ein prozentualer EBIT im Vergleich zum Produktionserlös von 3,8 bis 4,0% erzielt werden.

Gemäss einer gleichzeitig mit den Zahlen präsentierten neuen Strategie will sich die Hochdorf-Gruppe bis ins Jahr 2020 zu einem «global tätigen, profitablen Nischen-Unternehmen mit Premium-Produkten» wandeln. Ein wichtiger Bestandteil sei dabei die Vorwärtsintegration, also der Schritt näher zum Endkonsumenten. Dies soll vorerst im Geschäftsbereich Baby Care geschehen.

In den Umsatz und EBIT-Prognosen sei eine mögliche Vorwärtsintegration nicht enthalten, heisst es. Um diese umsetzen zu können, beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine bedingte Kapitalerhöhung von nominell 7’173’800 CHF. Derzeit liefen bereits Sondierungsgespräche mit verschiedenen Kandidaten bezüglich einer Mehrheitsbeteiligung oder einer Übernahme durch Hochdorf, so die Mitteilung.

Geschäftsbereich Baby Care mit neuen Eigenmarken
Der Geschäftszweig Dairy Ingredients verzeichnete 2015 durch den Zukauf von Uckermärker einen um 39% höheren Brutto-Verkaufserlös von 415,4 Mio CHF. In der Schweiz sank er allerdings um knapp 12%, was mit den tieferen Lohnauftragsmengen und den Währungsschwankungen bei den Exportprodukten erklärt werden könne. Im laufenden Jahr müsse man daher aufgrund der weiterhin tiefen Rohstoffpreise die Kosten im Auge behalten.

Der Bereich Baby Care erwirtschaftet 2015 einen Brutto-Verkaufserlös von 110,4 Mio CHF und lag damit auf Vorjahresniveau. Das Unternehmen bezeichnete dieses Ergebnis «in Anbetracht der Frankenstärke und eines Auslandumsatzes von über 90%» als ein gutes Resultat. Im Hinblick auf das laufende Jahr rechnet Hochdorf mit einem Umsatzwachstum von 5%, welches nach eigenen Angaben durch die Optimierung der Lieferkette und durch Erhöhung der vorhandenen Produktionskapazität erreicht werden soll.

Cereals & Ingredients mit stabiler Verlaufsmenge und höherem Bruttoerlös
Der Bereich Cereal & Ingredients steigerte den Umsatz mit der Integration der Marbacher Ölmühle um 39% auf 24,9 Mio CHF. Das Schweizer Geschäft erzielte dabei 18,0 Mio CHF (VJ 17,9 Mio) und die Deutsche Marbacher Ölmühle 6,8 Mio CHF. Jedoch sei man mit dem erzielten Umsatz «nicht ganz zufrieden», heisst es. In diesem Bereich will Hochdorf sich 2016 primär auf die Weiterentwicklung des Viogerm-Geschäfts und auf die Lancierung der ersten Kid’s Food-Produkte fokussieren. (awp/mc/upd/ps)

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