Holcim: 775-Mio-Abschreiber im vierten Quartal

Markus Akermann

Holcim-CEO Markus Akermann.

Jona – Der Baustoffkonzern Holcim verbucht im vierten Quartal 2011 ausserordentliche nicht kassenwirksame Wertberichtigungen in Höhe von 775 Mio CHF. Dies gehe zulasten des Konzerngewinns nach Steuern, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Auf ihre 15%-Beteiligung an der südafrikanischen AfriSam, bestehend aus Schuldverschreibungen, aufgelaufenen Zinsen sowie Währungsveränderungen, schreibt Holcim 415 Mio CHF ab.

Weitere Wertberichtigungen nimmt der Konzern im Zusammenhang mit dem Rückgang der Baustoffnachfrage in einzelnen Regionen vor. Hier werden Wertberichtigungen auf Sachanlagen und Goodwill von 360 Mio CHF wirksam.

Berichtigung nach Werthaltigkeitsprüfung
Die laufende Prüfung der Werthaltigkeit der Holcim-Aktiva habe den Berichtigungsbedarf ergeben, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber AWP. Im Falle der Beteiligung an AfriSam habe der Konzern nach lang anhaltenden Verhandlungen am Wochenende der finanziellen Restrukturierung bei der südafrikanischen Beteiligung zugestimmt. Holcim hatte 2009 Schuldverschreibungen von AfriSam im Betrag von 2,6 Mrd ZAR oder 292 Mio CHF gezeichnet. Hierauf, sowie auf aufgelaufene Zinsen und durch Währungsveränderungen seien die Abschreibungen notwendig geworden, so das Unternehmen.

Einbruch des Zementverbrauchs
Als weitere Gründe für die Wertberichtigungen nennt Holcim den Einbruch des Zementverbrauchs in einigen Regionen der Welt. In Spanien sei seit der Finanzkrise 2008 der Verbrauch um 65% eingebrochen, in Teilen Osteuropas um 30% und in den USA um 45%. Der Schritt werde unternommen, da sich die Baustoffnachfrage nur langsam erhole und die Kapazitätsauslastungen ungenügend bleibe, schreibt Holcim in einer Pressemitteilung. Von der Gesamtsumme entfallen 328 Mio CHF auf die Konzernregion Europa und 32 Mio CHF auf die USA. Hier spiele auch die definitive Schliessung der US-Werke Catskill und Artesia eine Rolle.

Das Total dieser nicht kassenwirksamen Wertberichtigungen betrage wie erwähnt 775 Mio CHF. Ein Ausschüttungspotential vor Wertberichtigungen für das Geschäftsjahr 2011 bleibe bestehen, so das Unternehmen weiter. Der Verwaltungsrat werde Ende Februar 2012 im Rahmen des Jahresabschlusses 2011 über den Ausschüttungsantrag zuhanden der Generalversammlung entscheiden. (awp/mc/upd/ps)

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