Holcim und Lafarge: Eric Olsen soll CEO werden

Eric Olsen lafarge

Eric Olsen, designierter CEO LafargeHolcim.

Paris / Zürich – Holcim und Lafarge haben sich auf Eric Olsen als neuen designierten CEO für den fusionierten Konzern verständigt. Das Lafarge-Direktionsmitglied soll sein Amt mit dem Abschluss der Fusion antreten. Damit sei der letzte wichtige Schritt vor der Entscheidung der Aktionäre über den Merger vollzogen. Die Aktien beider Unternehmen legen klar zu.

«LafargeHolcim ist eine einmalige Gelegenheit einen Weltmarktführer mit grossem Zukunftspotenzial zu schaffen», sagte Olsen an einer Medienkonferenz. Als Ziel formuliert er die Schaffung eines «global Champion». Dabei will er sich insbesondere darauf konzentrieren, die Synergien der Fusion zu nutzen, bei den Investitionsentscheidungen hohe Messlatten anzulegen und den neuen Konzern mit seinen Produkten, Diensten und Innovationen voll auf die Bedürfnisse der Kunden auszurichten. Grosses Augenmerk will er auch auf die Schaffung einer fokussierten und zielgerichteten Unternehmenskultur legen, die Diversität achte und ihre Vorteile nutze.

Letzter wichtiger Meilenstein vor Aktionärsvotum
Die Ernennung durch die Verwaltungsräte von Lafarge und Holcim sei auf Vorschlag von Bruno Lafont, Chairman und CEO von Lafarge, erfolgt. «Wir haben die Berufung des CEO mit höchster Priorität und so schnell wie möglich vorangetrieben», sagte Holcim-VRP Wolfgang Reitzle. «Olsen wird die zentrale Position bei der Errichtung des neuen fusionierten Unternehmens einnehmen. Er hat meine volle Unterstützung und ist die geeignete Persönlichkeit, um diese schwierige Aufgabe erfolgreich zu meistern», betont der Holcim-Manager. «Die Nominierung ist der letzte wichtige Meilenstein vor der Entscheidung der Aktionäre».

«Jetzt geht es darum, die Fusion über die Ziellinie zu bringen», sagte Reitzle weiter. «Wir werden die Aktionäre in den kommenden Wochen von den Vorteilen des Merger überzeugen», zeigt er sich optimistisch. «Die Fusion ist im Interesse und zum Vorteil aller Stakeholder», betont Lafarge CEO Bruno Lafont.

Suchen Gespräch mit wichtigen Aktionären
Dabei werde auch das Gespräch mit wichtigen Aktionären gesucht, fügt Reitzle hinzu. So sei ein Treffen von Olson mit Holcim-Aktionär Harris Associates geplant. Zu den Pressemeldungen der Ablehnung des Tauschverhältnisses durch den Aktionär Eurocement des russischen Investors Filaret Galchev wollte Reitzle keinen Kommentar geben. Er wiederholte jedoch, dass ein Sitz im Verwaltungsrat für einen wichtigen Aktionär «möglich und auch natürlich» wäre. «Ich bin überzeugt, dass wir die Zustimmungsrate von zwei Dritteln an der ausserordentlichen Generalversammlung am 8. Mai erreichen werden», sagte der VRP.

Der nun nominierte französisch-amerikanische Doppelbürger Olsen ist seit 1999 für Lafarge tätig und arbeitete zunächst in verschiedenen Funktionen für das Unternehmen in Nordamerika. Seit 2007 ist er Mitglied des Executive Committee des französischen Zementkonzerns. Seit 2013 bekleidet er den Posten eines «Vice President Operations».

Holcim und Lafarge hatten sich im März in Nachverhandlungen auf neue Bedingungen für ihren Zusammenschluss geeinigt. Dabei war neben der Anpassung des Austauschverhältnisses zugunsten von Holcim auf neun zu zehn – statt zuvor eins zu eins – war auch vereinbart worden, dass Bruno Lafont nicht wie ursprünglich vorgesehen CEO des fusionierten Konzerns wird. Stattdessen soll er auf die Position des Co-VRP neben Wolfgang Reitzle rücken.

Positive Aktienreaktion
Die Analysten zeigten sich zurückhaltend bei der Bewertung der Personalie und sahen weiter die Zustimmung von wichtigen Holcim Aktionären zur Fusion als unsicher an. Hier sei weiterhin die Frage des Tauschverhältnisses entscheidend, hiess es. Die Holcim-Aktie reagierte unterdessen klar positiv auf die Entscheidung und stieg bis Handelsende in einem sehr festen Gesamtmarkt (SMI: +1,57%) um 3,6% auf 75,65 CHF, Lafarge schlossen in Paris gar mit 5,7% auf 63,77 EUR im Plus. (awp/mc/upd/ps)

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