Holcim wartet auf fast 100 Mio USD aus Venezuela

Bernard Fontana, CEO Holcim. (Foto: Holcim)

Holcim-CEO Bernard Fontana. (Foto: Holcim)

Jona – Sechs Jahre nach der Verstaatlichung seiner Tochter in Venezuela wartet der Zementkonzern Holcim auf die letzte Kompensationszahlung des sozialistisch geführten Staates. Der bis 10. September erwartete Restbetrag von 97,5 Mio USD ist bislang nicht eingetroffen.

Holcim sei in Kontakt mit den entsprechenden Beteiligten in Venezuela. Der Konzern werde nötigenfalls alle rechtlichen Schritte einleiten, um die fälligen Zahlungen einzufordern, teilte Holcim am Montag mit.

Venezuela hatte unter der sozialistischen Regierung des inzwischen verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez 2008 Holcim Venezuela sowie die örtlichen Tochtergesellschaften der mexikanischen Cemex und der französischen Lafarge verstaatlicht. Den Zementkonzernen wurde vorgeworfen, sie würden nicht genug Zement liefern und so den Wohnungsbau im Land hemmen.

Nach der Verstaatlichung einigte sich Holcim 2010 mit Venezuela auf eine Entschädigung in Tranchen von insgesamt 650 Mio USD. Im Gegenzug wurde das Schiedsverfahren am Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) in Washington ausgesetzt.

Holcim war seit 1978 mit einer Niederlassung in Venezuela vertreten. Diese trug mit rund 200 Mio USD rund 1% zum Konzernumsatz bei.

Analysten rechnen mit Zahlung in absehbarer Zeit
Die Verspätung der Zahlung werde einen Einfluss auf das Quartalsergebnis haben, erklärte Holcim auf Anfrage, ohne den Effekt zu beziffern. Details will der Konzern mit der Veröffentlichung der Zahlen für die ersten neun Monate 2014 am 3. November bekannt geben.

Die Analysten von Baader Helvea und der Bank Safra Sarasin sehen zwar das dritte Quartal negativ beeinflusst, sie änderten aber an ihrer grundsätzlichen Einstufung der Aktie nichts. Die Analysten rechnen damit, dass Holcim die Zahlung in absehbarer Zeit erhalten wird.

Gemessen am gesamten Vorsteuergewinn von Holcim sei der fehlende Betrag zudem gering, argumentierte Safra Sarasin. 97,5 Mio USD entsprächen 4% des erwarteten gesamten Vorsteuergewinns 2014. Auch an der Börse scheint die Nachricht kaum negativ aufgenommen worden zu sein. Der Kurs der Holcim-Aktien steigt gegen 11.20 Uhr 0,2% in einem insgesamt festeren Markt (SMI: +0,47%). (awp/mc/ps)

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