Holcim übertrifft Erwartungen im ersten Quartal

Holcim übertrifft Erwartungen im ersten Quartal
Holcim-CEO Miljan Gutovic. (Foto: Holcim/mc)

Zug – Trotz eines Kaltstarts ins neue Jahr mit eisigem Wetter hat Holcim die Erwartungen im ersten Quartal übertroffen. Auch der Iran-Krieg hat keinen signifikanten Einfluss aufs Geschäft. An den Zielen für das Gesamtjahr hält der Baustoffkonzern fest.

Holcim habe einen starken Start ins Jahr 2026 hingelegt, sagte Konzernchef Miljan Gutovic am Freitag in Telefonkonferenzen vor Journalisten und Analysten. Insgesamt sank der Umsatz zwar um 4,8 Prozent auf 3,52 Milliarden Franken. Das ist aber auf den starken Franken und Verkäufe von Geschäftsteilen zurückzuführen, die zusammen den Umsatz um 311 Millionen Franken drückten. Organisch, also aus eigener Kraft, sei Holcim indes um 3,9 Prozent gewachsen, hiess es weiter. Und dies trotz des harten Winterwetters im Januar und Februar in der grössten Region Europa, das Baustellen lähmte. In Grossbritannien und Frankreich habe es 40 Frosttage gegeben und in Polen lange Zeit Temperaturen von minus 10 Grad.

Dafür sei der März dank der Wetterbesserung hervorragend gewesen, sagte Gutovic im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Zudem habe man die Preise stärker erhöhen können, als die Kosten gestiegen seien. Auch der wiederkehrende Betriebsgewinn auf Stufe EBIT sank um 11,2 Prozent auf 431 Millionen Franken. Hier waren ebenfalls die Verkäufe von Geschäftseinheiten und der starke Franken schuld. Ohne diese wäre der wiederkehrende EBIT um 8,3 Prozent gestiegen.

Gründe für die deutliche organische Verbesserung des Betriebsgewinns sei die strenge Kostendisziplin und die operative Exzellenz. Zudem sei die Nachfrage der Kunden nach den Premiummarken und den nachhaltigen Produkten wie CO2-reduziertem Zement und Beton gewachsen.

Insgesamt hat Holcim die Erwartungen der Analysten auf allen Ebenen teils deutlich übertroffen.

Iran-Krieg ohne grosse Bremsspuren
Nicht einmal der Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar hat Holcim gebremst. «Unsere Exposition im Mittleren Osten ist relativ klein», sagte Gutovic. Der Mittlere Osten mache nur rund 1,5 Prozent des Konzernumsatzes aus. «Ausserhalb des Mittleren Ostens haben wir keinen negativen Einfluss durch den Krieg auf unsere Geschäfte gesehen.» Der Holcim-Chef sieht auch keine Verlangsamung von Bauprojekten als Folge des Konflikts.

Steigender Anteil alternativer Energien
Auch die Auswirkungen der wegen des Kriegs hochgeschnellten Energiepreise auf Holcim seien vernachlässigbar. Insbesondere in Europa sei der Konzern stark von fossilen Brennstoffen weggekommen. Mittlerweile würden auf dem «Alten Kontinent» 70 Prozent alternative Energien verwendet. Etwa die Hälfte der Zementwerke in Europa seien schon bei einem Anteil von 80 bis 100 Prozent, sagte Gutovic.

Konzernweit sei der Anteil alternativer Energien auf 39 Prozent gestiegen, von 28 Prozent im Jahr 2022. Gleichzeitig seien die Energiekosten gesunken. Bis 2030 wolle Holcim die Verwendung alternativer Energien auf 50 Prozent erhöhen, sagte der Holcim-Chef. In Europa sollen es gar 90 Prozent sein. Das helfe, die Auswirkungen von Energiepreisschwankungen auf Holcim zu verringern.

Beschleunigung erwartet
Ab dem zweiten Quartal sollen sich die Geschäfte beschleunigen. «Ich bin zuversichtlich, dass 2026 ein gutes Jahr für Europa wird.» Die Baubewilligungen in Deutschland und Frankreich würden anziehen. Und im zweiten Halbjahr dürften dann die Aufträge aus dem riesigen deutschen Infrastrukturprogramm hereinkommen.

Auch die Geschäfte in Nordafrika und Australien dürften den Schwung beibehalten. In Lateinamerika rechnet Gutovic mit überdurchschnittlichem Wachstum dank des florierenden Geschäfts in Mexiko oder Peru. Zudem wirken sich Firmenübernahmen positiv aus.

An den bisherigen Zielen hielt Holcim fest: Im Geschäftsjahr 2026 erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent in lokaler Währung. Der wiederkehrende EBIT soll gleichzeitig um 8 bis 10 Prozent in lokaler Währung zulegen. (awp/mc/pg)

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