Hügli: Umrechnungsverluste belasten Umsatz 2011

Jean Villot

Jean Villot, VRP Hügli AG.

Steinach – Die Hügli-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2011 aufgrund des starken Frankens zwar einen Umsatzrückgang erlitten, ist organisch aber leicht gewachsen. Bei den Regionen bzw. Divisionen stachen vor allem Osteuropa und Private Label hervor. Auf Stufe Betriebsgewinn blieb das Unternehmen zwar hinter dem Vorjahr klar zurück, aber dennoch innerhalb des strategischen Zielkorridors. Für 2012 zeigt sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch.

Der Umsatz sank in der Berichtsperiode um 10,8% auf 332,0 Mio CHF, organisch entspricht dies aber einem Plus von 1,4%. Der starke Schweizer Franken führte zu Umrechnungsverlusten von 33 Mio CHF, während die Devestition einer Produktlinie im Vorjahr den Umsatz um weitere 12 Mio CHF schmälerte, wie der Nahrungsmittelhersteller am Freitag mitteilte. Die Auswirkungen des starken Frankens auf den EBIT waren geringer. Die operative Präsenz in Währungsräumen ausserhalb des Schweizer Frankens verhindere materielle negative Auswirkungen auf die Rentabilität, so Hügli. Für das Geschäftsjahr 2011 rechnet das Unternehmen mit einer EBIT-Marge im Bereich des strategischen Zielkorridors von 8% bis 9%.

Markt Osteuropa am stärksten gewachsen
Nach einem «bescheidenen» Start ins Geschäftsjahr 2011 mit einem praktisch unveränderten organischen Umsatzwachstum von 0,1% habe sich das zweite Semester mit einem Plus von 2,6% besser entwickelt. Das erwartete Niveau von +4% sei aber nicht erreicht worden, so Hügli. Der Umsatz in der grössten Division Food Service wurde vor allem vom schwierigen wirtschaftlichen Umfeld belastet, heisst es. Zufrieden zeigt sich Hügli mit der Entwicklung im Segment Private Label, das von einer guten Wachstumsdynamik in Tschechien und einem weiteren Marktausbau in Grossbritannien profitiert habe.

Hüglis grösster Markt Deutschland erwirtschaftete trotz eines rückläufigen Marktes im Kernsegment Suppen, Saucen und Bouillons ein organisches Umsatzplus von 1,2%. Positiv dazu beigetragen haben höhere Umsätze mit grossen Industrie-Kunden, so Hügli. Der Markt Osteuropa macht zwar umsatzmässig nur gut 10% aus, ist organisch mit +9,2% aber am stärksten gewachsen. Hier brachten vor allem die Länder Tschechien und Polen gute Zuwachsraten, heisst es.

Italienischer Markt schwach
Der Markt Schweiz/Übriges Westeuropa entwickelte sich indes rückläufig. Der Umsatz in Schweizer Franken sank um 6,5% auf 120,7 Mio CHF und auch in Lokalwährungen musste ein Minus von 0,6% eingesteckt werden. Vor allem der italienische Markt entwickelte sich schlecht. Das hier erwirtschaftete zweistellige Minus erklärt Hügli zum einen mit dem herausfordernden Marktumfeld und zum anderen mit personellen Problemen im Vertrieb Food Service. Mittlerweile sei der Bereich Food Service neu aufgestellt, so Hügli.

Umsatzsteigerung von 4 bis 5% in 2012 erwartet

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012 erwartet Hügli trotz anhaltenden Unsicherheiten an den Märkten eine organische Umsatzsteigerung von 4% bis 5% sowie ein etwa vergleichbar steigendes operatives Ergebnis. Hügli halte weiterhin an der strategischen Zielsetzung fest, langfristig ein organisches Umsatzwachstum von über 5% bei überproportional steigenden Erträgen zu erwirtschaften, heisst es ausserdem.

Detaillierte Informationen zum Geschäftsjahr 2011 sowie die Umsatzzahlen des ersten Quartals 2012 werden am 12. April 2012 veröffentlicht. (awp/mc/upd/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.