Implenia: Reingewinn bricht um zwei Drittel ein

Hanspeter Fässler

Implenia-CEO Hanspeter Fässler.

Zürich – Das Bauunternehmen Implenia hat im ersten Semester des laufenden Geschäftsjahres 2011 den Umsatz leicht gesteigert. Die anhaltende schwierige Margensituation bei der sparte Bau Infra drückt indessen das Ergebnis stark und reduziert den Reingewinn um mehr als die Hälfte. Für das Gesamtjahr gibt sich das Unternehmen aufgrund des hohen Auftragsbestands insgesamt zuversichtlich. Implenia hat in der ersten Jahreshälfte 2011 einen um 2,1% höheren Umsatz von 1,09 Mrd CHF erwirtschaftet.

Der EBIT vor Sonderkosten fiel indessen im Vergleich zum Vorjahressemester um 23% auf 13,0 Mio CHF, nach Sonderkosten um 36% auf 12,3 Mio CHF. Das Konzernergebnis sank deutlich um 66% auf 4,2 Mio CHF. Neben dem unbefriedigenden Geschäftsgang bei Bau Infra sei der Ergebnisrückgang auch auf die Finanzierungskosten für die 200-Mio-CHF-Anleihe zurückzuführen, teilte der Bauriese am Donnerstag mit.

Gewinnerwartungen deutlich verfehlt
Mit dem Resultat übertraf Implenia die Erwartungen beim Umsatz leicht, lag aber bei EBIT und Reingewinn deutlich darunter. Die Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 1,08 Mrd CHF erwartet. Beim EBIT lag der Durchschnitt der Erwartungen bei 14,6 Mio CHF und beim Reingewinn bei 6,3 Mio CHF. Der Auftragsbestand ging laut Mitteilung wegen auslaufender Grossprojekte unter anderem im Bereich Industrial Construction um 15% auf 3,01 Mrd CHF zurück. Er liege aber weiterhin auf «sehr hohem Niveau», was zuversichtlich in die Zukunft blicken lasse, so Implenia.

Generalunternehmung mit «ausgezeichneter» Performance

Der Umsatz im Konzernbereich Real Estate stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 12% auf 641,5 Mio CHF, der EBIT um 11% auf 18,2 Mio CHF. Massgeblich zum Gesamtresultat habe die «ausgezeichnete» Performance der Generalunternehmung beigetragen, die auf eine effizientere Abwicklung von Grossprojekten sowie bewusste Risikoanalysen bei der Akquisition von Neuprojekten zurückzuführen sei, heisst es. Der Bereich Industrial Construction weist ein leichtes Umsatzminus von 3,7% auf 83,3 Mio CHF auf. Der EBIT erhöhte sich indessen um 10% auf 10,3 Mio CHF. Insbesondere der Bereich Tunnelling habe in der Schweiz an den «guten» Geschäftsgang des Vorjahres anknüpfen und im Ausland erste Referenzprojekte realisieren können, schreibt Implenia.

Angespannte Margensituation
Der Bereich Bau Infra habe sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag die Werte vom ersten Halbjahr 2010 nicht erreicht. Der Umsatz ging um 4,4% auf 511,4 Mio CHF zurück, der EBIT lag bei -12,8 Mio nach -6,7 Mio CHF im Vorjahr. Die Bauproduktion sei im Berichtszeitraum in einer nochmals verschlechterten Margensituation mit operativen Herausforderungen konfrontiert gewesen und habe einzelne Projekte unter den Erwartungen abschliessen müssen, schreibt der Bauriese. Das «enttäuschende» Ergebnis akzentuiere sich vor allem in den Hochbauzentren Zürich und Basel. Mit der Anpassung der Kapazitäten und einem Personalabbau in den hochbauintensiven Städten Zürich und Basel seien bereits strukturelle Massnahmen eingeleitet worden, um künftig in einem schwierigen Umfeld eine gute operative Performance bei Bau Infra sicherzustellen zu können, heisst es.

Detaillierter Ausblick fehlt
Für das ganze Geschäftsjahr 2011 gibt der Baukonzern keine detaillierte Prognose bekannt. Dank des hohen Auftragsbestands, der weit über das laufende Jahr hinausreiche, blickt Implenia gemäss Mitteilung insgesamt «zuversichtlich» in die Zukunft. Für die Bereiche Real Estate und Industrial Construction wird mit einer «anhaltend positiven Dynamik» gerechnet. Die Herausforderungen im Bereich Bau Infra würden zudem «entschlossen» angepackt. Daher sei man zuversichtlich, dass die eingeleiteten Massnahmen in den nächsten Monaten zu einer «gewissen Stabilisierung des operativen Ergebnisses» beitragen werden, heisst es weiter. (awp/mc/ps)

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