Interroll mit deutlich höherer Profitabilität

Paul Zumbühl

Interroll-CEO Paul Zumbühl.

San Antonino – Die Interroll-Gruppe ist im ersten Semester des laufenden Jahres wie zu Jahresbeginn angekündigt in Lokalwährungen gemessen deutlich gewachsen und hat ihre Margen verbessert. Der ausgewiesene Umsatz und Auftragseingang wurden jedoch durch die Frankenstärke erheblich belastet. Das Management rechnet im Jahresverlauf mit weiter volatilen Rohstoffpreisen und Währungen und blickt deshalb «nüchtern» in die nähere Zukunft.

Der Umsatz stieg in der Berichtswährung Schweizer Franken leicht um 0,3% auf 137,2 Mio CHF, in Lokalwährungen betrug das Wachstum allerdings 14,3%. Der EBIT verbesserte sich um gut 75% auf 13,2 Mio CHF, die entsprechende Marge beträgt damit 9,6% nach 5,5% in der Vorjahresperiode. Der Reingewinn legte auf 9,9 Mio CHF nach 5,3 Mio im Vorjahr zu. Steigende Materialpreise seien teilweise auf die Verkaufspreise überwälzt und wiederum durch Produktivitätssteigerungen aufgefangen worden, teilte Interroll am Dienstag mit.

Geringfügig unter durchschnittlichen Markterwartungen
Umsatz und Ergebnis liegen damit knapp in der Grössenordnung, welche vom Unternehmen bereits Mitte Juli vorangekündigt wurde, bleiben jedoch geringfügig hinter den durchschnittlichen Markterwartungen zurück.

Höherer Auftragseingang
Der Auftragseingang erhöhte sich um 6,4% auf 153,9 Mio CHF, in lokalen Währungen betrug die Zunahme gar 20,9%. Die Book-to-Bill-Ratio erhöhte sich zum Ende der Berichtsperiode auf 1,12 nach 1,06 per 30. Juni 2010.

Gruppe Drives mit mehr Umsatz und höherem Auftragseingang
Erstmals berichtet die Gruppe zum Halbjahr nach Produktegruppen, welche der seit Jahresbeginn geltenden neuen Konzernstruktur entsprechen. Die umsatzstärkste Gruppe Drives (Motoren und Antriebe für Förderanlagen) steigerte den Umsatz um 8,4% auf 50,2 Mio, der Auftragseingang nahm um 4,5% zu. In der Produktegruppe Förderrollen erhöhte sich der Umsatz um 2,9% auf 42,1 Mio. Leicht rückläufig entwickelten sich dagegen die Umsätze in den Bereichen Conveyors & Sortes sowie Fliesslager. Beide vermeldeten jedoch einen deutlich höheren Auftragseingang.

Marktanteile in Europa und Nordamerika gewonnen
Nach Regionen wuchs Interroll in Europa in lokalen Währungen um 8,4%. Hier seien deutlich Marktanteile gewonnen worden, ist im Halbjahresbericht zu lesen. Interroll habe in den ersten sechs Monaten Vorbereitungen getroffen, um im zweiten Semester im aufstrebenden Markt Türkei einen eigenen Verkaufsstützpunkt zu etablieren, heisst es. Auch in Nordamerika habe die Gruppe signifikant Marktanteile gewonnen; dies insbesondere in den Produktebereichen Drives und Conveyors & Sorters.

Nettoverschuldung gestiegen
Der betrieblichen Cash Flow verbesserte sich auf 5,8 Mio von 4,4 Mio. Die Nettoverschuldung nahm als Folge des gestiegenen Umlaufvermögens auf 16,2 Mio von 12,9 Mio zum Jahresende zu. Die Eigenkapitalquote konnte bei rund 60% gehalten werden.

Kein konkreter Ausblick
Interroll verzichtet weiterhin auf einen konkreten Ausblick auf das Gesamtjahr. Angesichts der volatilen Rohmaterialpreise, der nach wie vor in wichtigen Anwendermärkten zurückhaltenden Investitionsbereitschaft und andauernden Währungsschwankungen behalte die Gruppe «einen nüchternen Blick in die nähere Zukunft», so die Mitteilung. Interroll will das weltweite Netzwerk zielgerichtet ausbauen und Innnovationen konsequent vorantreiben. Geografisch sollen die Aktivitäten in Asien und Amerika verstärkt werden, so die Absicht.  (awp/mc/pg)

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