Italien: Ermittlungen gegen vier Manager von Novartis und Roche

Lucentis
Augenmedikament Lucentis (gegen AMD). Vertrieb: Novartis und Roche.

Stein des Anstosses: AMD-Medikament Lucentis. (Bild: Novartis)

Rom – Die Staatsanwaltschaft in Rom hat Justizkreisen zufolge Ermittlungen gegen vier Manager von Novartis und Roche eingeleitet. Die Behörden gingen dem Verdacht nach, dass sich die Unternehmensvertreter der Marktmanipulation und des Betrugs schuldig gemacht hätten, hiess es am Freitag.

Die Namen der Verdächtigen wurden zunächst nicht bekannt. Roche erklärte der Nachrichtenagentur sda, der Konzern habe von der Staatsanwaltschaft keine Informationen über Ermittlungen gegen seine Mitarbeiter. Auch der Novartis-Sprecher konnte die Angaben nicht bestätigen, man sei diesbezüglich nicht kontaktiert worden, sagte er.

Gegen die beiden Konzerne aus Basel hatte die italienische Wettbewerbsbehörde vergangene Woche Bussgelder wegen Absprachen rund um Augenmedikamente verhängt. Beide wiesen die Vorwürfe zurück.

Je 90 Mio Euro Busse verhängt
Je rund 90 Millionen Euro sollen Roche und Novartis zahlen, weil sie sich nach Ansicht der Kartellwächter abgesprochen haben, um den Einsatz des Roche-Medikaments Avastin gegen die Augenkrankheit AMD zu verhindern. Stattdessen sollten Ärzte das wesentlich teurere Mittel Lucentis verschreiben, das beide Konzerne vermarkten.

Die Schweizer Unternehmen kündigten Berufung gegen die Entscheidung der Wettbewerbshüter an. (awp/mc/ps)

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