IWF lobt solide Schweizer Wirtschaft und begrüsst Bankenregulierung

IWF lobt solide Schweizer Wirtschaft und begrüsst Bankenregulierung
IWF-Chefökonom Pierre-Olivier Gourinchas. (Bild: X (@pogourinchas)/mc)

Bern – Eine robuste Wirtschaft, kaum Inflation und insgesamt stabile politische Rahmenbedingungen: Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt der Schweiz auch in diesem Jahr ein sehr gutes Zeugnis aus. Demnach dürfte die Wirtschaft moderat wachsen bei einer anhaltend tiefen Inflation.

Die Schweiz habe die weltweiten, geopolitischen Turbulenzen bislang gut gemeistert, hielt die IWF-Delegation am Donnerstag vor den Medien fest. Allerdings seien die grössten Risiken, wie ungünstige geopolitische Entwicklungen, steigende Energiepreise oder US-Zölle längst noch nicht vom Tisch.

In seinen Prognosen für die Schweizer Wirtschaft rechnet der IWF im Jahr 2026 mit einem Wachstum des realen und sportevent-bereinigten Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent, wie aus dem jährlichen Länderexamen hervorgeht. Im kommenden Jahr dürfte sich die Konjunktur erholen und ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent erzielen, lautet die Vorhersage.

Inflation bleibt tief
Die Schweizer Wirtschaft habe sich im Umfeld grosser weltweiter Turbulenzen als widerstandsfähig erwiesen und der Energiepreisschock im Zuge des Nahost-Konflikts sei milder als andernorts ausgefallen, so Walsh weiter. Dabei habe der starke Franken den Aufwärtsdruck auf die Inflation abgeschwächt.

Die Inflation in der Schweiz dürfte sich aus Sicht des IWF auch künftig auf einem tiefen Niveau bewegen. Die Jahresteuerung werde innerhalb des Bereichs verbleiben, den die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit Preisstabilität gleichsetze, hiess es. Dieser Bereich erstreckt sich von 0 bis 2 Prozent.

Konkret rechnet der IWF mit einer Jahresteuerung von 0,6 Prozent, sowohl für 2026 als auch für 2027. Und den geldpolitischen Kurs der SNB bezeichnen die Experten als «angemessen». Angesichts der derzeitigen Unsicherheiten müsse die SNB wachsam bleiben und Leitzinsen, wenn notwendig, in die eine oder andere Richtung anpassen, hiess es.

Schuldenbremse erhöht finanziellen Handlungsspielraum
Als Basis für die robuste Schweizer Wirtschaft sieht der IWF unter anderem die starken Institutionen und angemessene wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Dabei wird im Bericht die Schuldenbremse als verlässlicher Anker für nachvollziehbare und disziplinierte Haushaltspolitik hervorgehoben. Damit schaffe sich die Schweiz ausreichenden Handlungsspielraum und Flexibilität, um ausserordentliche Ausgaben zu ermöglichen, betonte Walsh.

Schliesslich gilt es auch in Zukunft schwere Ausgabenpakete zu stemmen, wie etwa die Finanzierung der 13. AHV-Rente oder die steigenden Verteidigungsausgaben. Und auch mittel- bis längerfristig werde der finanzpolitische Druck zunehmen, vor allem aufgrund des demografischen Wandels bei Renten und Gesundheitsversorgung. Trotz solider Finanzen dürften aber höhere Steuereinnahmen nötig werden, so der Bericht.

Was die Bankenregulierung angeht, begrüsst der IWF die anhaltenden Bemühungen der Schweizer Behörden, das Too-Big-To-Fail-Regelwerk zu stärken und den Public Liquidity Backstop als staatliche Liquiditätssicherung einzuführen. Sobald diese Massnahmen umgesetzt seien, werde dies die Finanzstabilität des Landes stärken. Der Vorschlag, wonach die UBS ihre ausländischen Töchter vollständig mit CET1-Kapital absichern müsse, sei zielführend. (awp/mc/ps)

IWF

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