Jungfraubahn erzielen 2014 erneut Rekordergebnis

Jungfraubahn

(Foto: Jungfraubahn)

Interlaken – Die Jungfraubahn-Gruppe hat im vergangenen Jahr trotz Einbussen im Wintergeschäft neue Rekordmarken erreicht. Ermöglicht wurde das Ergebnis durch eine neue Höchstmarke bei den Besuchern auf dem Jungfraujoch und höhere Einnahmen im Geschäftsfeld Erlebnisberge. Der Generalversammlung wird die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 1,80 CHF je Aktie vorgeschlagen. Der strategische Fokus der Gruppe bleibt im laufenden Jahr auf der Weiterentwicklung des V-Bahn-Projekts gerichtet.

Der Gewinn stieg im Geschäftsjahr 2014 um 0,6% auf 30,4 Mio CHF an. Auf Stufe EBIT resultierte ein Anstieg um 0,7% auf 38,6 Mio, teilt das Bergbahnunternehmen am Mittwoch mit. Auch der Betriebsertrag von 165,3 Mio lag 0,8% über dem Vorjahr. Bereits Ende Februar hatte die Jungfraubahn einen Verkehrsertrag von 121,5 Mio CHF auf Vorjahreshöhe gemeldet.

Die EBIT-Marge lag unverändert 23,4% und damit klar über der langfristig gesetzten Zielgrösse von «über 15%». Auch mit der Umsatzrendite von 18,4% wurde die Zielvorgabe («über 12%) übertroffen. Das Payout-Ratio liegt derweil mit 34,6% am unteren Ende der Ziel-Bandbreite von 33 bis 45%.

Besucherrekord auf dem Jungfraujoch
Im wichtigsten Geschäftsfeld, Jungfraujoch-Top of Europe, resultierte vor allem dank einem Zuwachs bei asiatischen Gästen im Verkehrsertrag ein Plus von 1,8% auf 94,3 Mio. Insgesamt besuchten im vergangenen Jahr 866’000 Personen das Jungfraujoch – eine neue Höchstmarke und 5,2% mehr als im Jahr zuvor, heisst es im Geschäftsbericht. An 17 Tagen sei dabei das Limit von 5’000 Personen erreicht worden.

Die uneinheitliche Entwicklung im Ertrag und der Besucherzahl erklärt sich mit dem tieferen Durchschnittsertrag pro Gast, der aufgrund der grossen Konkurrenzsituation in China um 3,3% auf 109 CHF zurückging. Der aktuelle Wert liege aber immer noch klar über dem Durchschnittswert früherer Jahre.

Wintersportgeschäft rückläufig – «Erlebnisberge» kompensieren
Im Wintersport gingen die Verkehrserträge 2014 wegen rückläufiger Eintritte um 9% auf 22,1 Mio CHF zurück, womit das Segment noch gut 17% vom Total der Erträge ausmacht. Auch in der Wintersaison 2014/15 verringerten sich die Eintritte gegenüber dem Vorjahr um 7%. Ziel sei es, die Zahlen wieder auf das Niveau der Jahre 2007 bis 2009 zu führen.

Im Geschäftsfeld Erlebnisberge, das den Verkehr auf den Harder Kulm, nach First und Winteregg-Mürren umfasst, hätten sich die Besucherzahlen positiv entwickelt. Der Verkehrsertrag wuchs um 7,5% auf 10 Mio CHF. Das «strategische Ergänzungsangebot» mit knapp 8% des Verkehrsumsatzes werde durch weitere Kooperationen, wie etwa mit der «Schynige Platte-Bahn» ergänzt.

Fokus auf V-Bahn-Projekt
Im Berichtsjahr investierten die Jungfraubahnen 57 Mio CHF, einen Grossteil davon im Rahmen des Projekts V-Bahn. Bis Ende 2014 wurden insgesamt 50 Mio CHF für das 400 Mio-Grossprojekt (Anteil Jungfraubahn 250 Mio) ausgegeben. Der strategische Fokus der Gruppe bleibe im laufenden Jahr auf der Weiterentwicklung des Projekts gerichtet.

Die V-Bahn soll u.a. vom neu gestalteten Terminal Grund aus die Wintersportler schneller in das Skigebiet bringen und gleichzeitig die Reise auf das Jungfraujoch zeitlich verkürzen. Mittlerweile haben die Nutzungspläne verschiedene politische Hürden genommen, allerdings müssten noch Ämter und Gerichte noch über eine eingegangene Einsprache entscheiden.

Ausblick positiv – Frankeneffekt schwer abschätzbar
Der Start ins laufende Jahr ist der Bergbahngruppe zumindest beim Jungfrau-Joch geglückt. Per 19. April hätten die Besucherfrequenzen gegenüber dem Vorjahr um 18% zugenommen, so die Meldung. Auch zeigt sich das Management mit Blick auf die laufenden Gruppenreservationen für die Sommersaison insgesamt positiv.

Der Effekt der Frankenstärke sei zur Zeit noch schwierig abzuschätzen. Insgesamt hätten sich die Wechselkurse der wichtigsten Märkte – mit Ausnahme des Euroraums – im Vergleich mit dem Schweizer Franken für die Gruppe in den letzten Monaten eher positiv entwickelt, heisst es Geschäftsbericht. Kurzfristige Aktionen seien denn auch keine geplant. (awp/mc/pg)

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