Jungfraubahn setzt 2015 neue Rekordmarken

Jungfraujoch
Jungfraujoch mit Sphinx und Aletschgletscher. (Foto: Jungfraubahn)

Neuer Besucherrekord auf dem Jungfraujoch. (Foto: Jungfraubahnen)

Interlaken – Die Jungfraubahn-Gruppe hat im vergangenen Jahr trotz Einbussen im Wintergeschäft neue Rekordmarken erreicht. Ermöglicht wurde das Ergebnis durch eine neue Höchstmarke bei den Besuchern auf dem Jungfraujoch und höhere Einnahmen im Geschäftsfeld Erlebnisberge. Trotz tieferer Besucherfrequenzen im ersten Quartal will die Gruppe im laufenden Jahr an das erfolgreiche Vorjahr anknüpfen.

Der Betriebsertrag der Gruppe erhöhte sich 2015 um 8% auf ein neues Rekordhoch von 165 Mio CHF. Noch deutlicher legte dabei der Gewinn mit einem Plus von fast 20% auf gut 36 Mio zu. Die EBIT-Marge lag mit 26,3% um 290 Basispunkte über dem Vorjahr und klar über der langfristig gesetzten Zielgrösse von «mehr als 15%».

Insgesamt zeigte sich CEO Urs Kessler am Mittwoch vor den Medien erfreut über den Jahresabschluss. «Wir konnten 2015 die Früchte unserer Bemühungen in Asien ernten.»

Über 1 Million Besucher auf dem Jungfraujoch
Im wichtigsten Geschäftsfeld «Jungfraujoch-Top of Europe» resultierte beim Nettoumsatz ein Plus von 12% auf 119 Mio, wobei erstmals in der Geschichte mehr als eine Million Besucher auf das Jungfraujoch kamen. «Wir wurden von dieser Entwicklung selber positiv überrascht», so der CEO. Mit dem Knacken dieser Marke sei die ursprünglich für 2022 angepeilte Vision bereits Tatsache geworden. Die Zahl werde künftig als «ambitionierte Richtgrösse» gelten.

Auch im Geschäftsfeld Erlebnisberge, das als «strategisches Ergänzungsangebot» den Verkehr auf den Harder Kulm, nach First und Winteregg-Mürren umfasst, haben sich die Besucherzahlen 2015 positiv entwickelt und der Nettoumsatz legte um gut 7% auf 16 Mio CHF zu.

Dagegen entwickelte sich das Wintergeschäft weiterhin rückläufig. Dort gingen die Umsätze um 2,4% auf knapp 27 Mio zurück. Das Segment mache damit nur noch einen Anteil von rund 15% am Gesamtgeschäft aus. In den «übrigen Segmenten», zu denen das Kraftwerk, die Management AG und das Parkhaus Lauterbrunnen zählt, erhöhte sich der Umsatz derweil um 2,6% auf 42 Mio.

Besucherzahlen bislang unter dem Vorjahr
Der Auftakt ins laufende Jahr ist der Gruppe nicht mehr ganz so gut gelungen wie im Vorjahr. Auf dem Jungfraujoch nahmen die Besucherzahlen bis Mitte April um 13% ab. Grund dafür seien vor allem die Annulationen von Gruppenreisen aus Asien nach den Terroranschlägen in Paris und Brüssel. Auch die Einführung der biometrischen Visa in China habe sich negativ ausgewirkt.

Trotz dem harzigen Start soll im laufenden Jahr an das erfolgreiche Vorjahr angeknüpft werden. «Wir stellen eine Normalisierung fest und der Buchungsstand für die Sommermonate liegt etwa auf dem Vorjahresniveau», so der CEO. Der Fokus liege dabei weiterhin auf der verbesserten Auslastung von Randzeiten sowie der Erhöhung der durchschnittlichen Erträge pro Besucher. Vom Wintergeschäft würden dagegen keine Impulse erwartet.

Umsetzung des V-Bahnprojekts im Fokus
Weiterhin im Fokus steht 2016 die Umsetzung des Grossprojekts V-Bahn. Von den Gesamtinvestitionen über 400 Mio CHF werden die Jungfraubahnen rund 250 Mio tragen. Bis Ende 2015 seien bereits 75 Mio CHF investiert worden, bislang vollständig aus eigenen Mitteln, so CFO Christoph Seiler dazu. Die erwartete Fremdverschuldung im Rahmen des Projekts werde «deutlich unterhalb von 100 Mio CHF» bleiben, was für die Gruppe «leicht verdaubar» sei.

Das Baugesuch für die V-Bahn soll Ende April im Anzeiger von Interlaken publiziert werden. Der Abschluss der Bauarbeiten für die Männlichenbahn ist auf die Wintersaison 2018 vorgesehen und der «Eiger-Express» soll im Dezember 2019 eröffnet werden.

Höhere Dividende
Aufgrund der erzielten Ergebnisse soll erstmals seit 2011 die Dividende angehoben werden. Der Generalversammlung wird die Ausschüttung einer Dividende von 2,00 CHF nach 1,80 CHF in den Vorjahren vorgeschlagen. «Mit der Ausschüttungsquote bewegen wir uns damit weiterhin am unteren Ende unseres Zielbands», so VR-Präsident Thomas Bieger. Aufgrund der anstehenden Investitionen sei dies auch gerechtfertigt. (awp/mc/pg)

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