Kaba: Gewinnsprung nach Spartenverkauf

Riet Cadonau

Kaba-CEO Riet Cadonau.

Rümlang – Der Schliesstechnikkonzern Kaba hat im Geschäftsjahr 2010/11 (per 30.6.) wegen des Verkaufs einer Sparte einen deutlichen Umsatzrückgang erlitten. Zudem belasteten Währungseinflüsse die Verkaufszahlen. Der Konzerngewinn schnellte jedoch wegen des Spartenverkaufs deutlich in die Höhe, und daran sollen die Aktionäre mit einer doppelt so hohen Dividende wie Vorjahr teilhaben.

Der seit Juli dieses Jahrs amtierende Konzernchef Riet Cadonau bezeichnete bei der Bilanzmedienkonferenz am Montag in Zürich das abgelaufene Geschäftsjahr als «solide» und sagte, das Unternehmen befinde sich in einem «ausgesprochen gesunden Zustand». Der Konzernumsatz ging zwar nach dem Verkauf der Unternehmenseinheit Door Automation um 16% auf 945 Mio CHF zurück. Auf vergleichbarer Ebene, das heisst ohne den Umsatz von 178 Mio CHF des verkauften Segments, erzielte Kaba im Vorjahrjahr einen Umsatz von 952 Mio CHF.

Währungseinflüsse belasten
Währungseinflüsse haben den Umsatz um 9% oder knapp 87 Mio CHF geschmälert. Organisch, also währungs- und akquisitionsbereinigt nahmen die Verkaufszahlen um etwa 6% zu. «Die Währungen haben uns weh getan», kommentierte denn auch Finanzchef Werner Stadelmann. Er merkte aber an, dass es sich um Umrechnungsverluste und kaum um Transaktionsverluste handle. So entfielen 32% der Umsätze und 36% der Kosten auf den Euroraum, im Dollarraum sind es 28% der Verkäufe bzw. 24% der Kosten. In Franken generiert das Unternehmen 13% der Umsätze und 16% der Kosten.

Das bereinigte Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 3,8% auf 130 Mio CHF und die EBIT-Marge lag bei 13,7 (13,1)%. Der Konzerngewinn schnellte auf 221,6 Mio CHF hoch, im Vorjahreszeitraum lag er noch bei 86,9 Mio CHF. Diese Gewinnsteigerung ist allerdings hauptsächlich auf die Veräusserung des Segments Door Automation an die japanische Nabtesco Gruppe zurückzuführen. Der vergleichbare Konzerngewinn nahm um 8,5% auf 85 Mio von 78 Mio zu.

Dividende verdoppelt

Nach diesem ausserordentlich hohen, einmaligen Jahresergebnis will Kaba eine ausserordentliche Ausschüttung von 14,00 CHF je Aktie beantragen, nach 7,00 CHF Dividende im Vorjahr. Seit 2007 baute Kaba einen Schuldenberg von 0,5 Mrd CHF nahezu ab. Die Nettoverschuldung liegt nun bei knapp 33 Mio. Dank des erwirtschafteten Gewinns und des Verkaufs des Segments nahm das Eigenkapital per 30. Juni 2011 auf 457,5 Mio zu. Die Eigenkapitalquote kam bei 52,8% (Vorjahr 37,8%) zu liegen. Künftig werde ein Korridor von 30% bis 40% angestrebt.

Akquisitionen angepeilt
Nach der Übernahme der chinesischen Wah Yuet Gruppe im Jahr 2006 strebt Kaba nun wieder grössere Zukäufe an. «In den nächsten zwei Jahren ist wieder mit Akquisitionen zu rechnen», sagte Cadonau. Im Fokus sind dabei laut dem Konzernchef Zukäufe, die mehr als 50 Mio CHF Umsatz generieren. «Diese Summe bringt die notwendige kritische Masse mit sich», begründet er. Aber auch kleinere Abrundungsakquisitionen seien denkbar. «Bislang sind aber noch keine Ziele ausgemacht», so Cadonau.

Wachstumsziele unverändert

Zukäufe strebt Kaba insbesondere im Segment Access + Data sowie im Bereich Safe Locks im Segment Industrial Locks an, wobei als Region vor allem die Emerging Markets im Vordergrund stünden. Insgesamt ist der Konzern laut dem CEO bereit, eine halbe Milliarde Franken für Akquisitionen auszugeben. Die Wachstumsziele werden unverändert belassen. «4% bis 6% organisches Wachstum in ökonomisch guten Zeiten ist möglich» sagte der Konzernchef. Einen detaillierteren Ausblick will das Unternehmen am 10. November anlässlich eines Capital Markets Day geben. Der Aktienmarkt honoriert das vorgelegte Ergebnis mit Kauforders. Die Titel steigen gegen 13.15 Uhr um 3,5%, dies in einem schwachen Gesamtmarkt (SPI -1,2%). (awp/mc/upd/ps)

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