Kardex kehrt in die Gewinnzone zurück

Philipp Buhofer

Kardex-VRP Philipp Buhofer.

Zürich – Das Lagerlogistikunternehmen Kardex hat im Geschäftsjahr 2011 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Beim Betriebs- und Reingewinn übertraf das Zürcher Unternehmen sogar die Markterwartungen. Kardex zeigt sich für das laufende Jahr 2012 optimistisch. Der EBIT stieg auf 10,4 Mio EUR, nachdem im Vorjahr ein Betriebsverlust von 2,2 Mio resultiert hatte. Darin enthalten sind Restrukturierungsaufwendungen im Totalbetrag von 31 Mio EUR. Die Bruttomarge kam entsprechend bei +2,3% zu stehen nach -0,6% im Vorjahr, wie Kardex am Donnerstag mitteilte.

Unter dem Strich resultierte ein Reingewinn von 3,0 Mio EUR, dies nach einem Verlust im Vorjahr von 9,1 Mio. Trotz der Rückkehr in die Gewinnzone beantragt der Verwaltungsrat den erneuten Verzicht auf eine Ausschüttung an die Aktionäre. Mit den ausgewiesenen Zahlen wurden die Erwartungen des Marktes übertroffen. Analysten der Bank Vontobel und der ZKB hatten einen Betriebsgewinn (EBIT) von 8,7 Mio bzw. 8,4 Mio EUR und einen Reingewinn von 2,7 bzw. 1,9 Mio EUR prognostiziert. Bereits Ende Januar waren die Zahlen zu Umsatz und Auftragseingang für das Geschäftsjahr 2011 bekanntgegeben worden. So stieg der Gruppenumsatz um 29% auf 459 Mio EUR und der Auftragseingang um 23% auf 480 Mio EUR.

Umstellung auf Swiss GAAP FER
Da die Rechnungslegung per 1. Januar 2011 neu in Swiss GAAP FER erfolgt, wurde der Goodwill, die aufgrund von Akquisitionen aktivierten immateriellen Werte sowie aktivierte Steuereffekte auf Verlustvorträgen direkt mit dem Eigenkapital verrechnet, so Kardex. Gegenläufig wirkte sich die Neubewertung der vorhandenen Pensionsverbindlichkeiten auf das Eigenkapital aus. Diese Ausbuchung sowie die Neubewertung verminderten das Eigenkapital per 1. Januar 2011 um insgesamt 56,5 Mio EUR. Nach dem neuen Rechnungslegungsstandard ergibt sich somit ein Eigenkapital von 64,5 Mio EUR, was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 79% entspricht.

Steiner und Wipfli nicht zur VR-Wiederwahl Zusammen mit den Geschäftszahlen gibt das Unternehmen noch eine Personalie bekannt. So stellen sich Leo Steiner, Verwaltungsrat seit 2004, und Martin Wipfli, Verwaltungsrat seit 2007, an der Generalversammlung am 24. April nicht zur Wiederwahl. Als Amtsnachfolger vorgesehen sind Jakob Bleiker und Ulrich Looser.

Kardex Stow mit 24% mehr Umsatz

Die drei Kardex-Divisionen – Remstar, Stow und Mlog – trugen unterschiedlich zum Gruppenergebnis bei. So steigerte Kardex Remstar die Erlöse um knapp 14% auf 220 Mio EUR. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT betrug 10,5 Mio EUR nach 3,8 Mio im Vorjahr. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 4,8% nach 2,0% in 2010. Die Division Kardex Stow erzielte mit rund 169 Mio EUR 24% mehr Umsatz als im Vorjahr. Es resultierte ein EBIT von 3,6 Mio EUR. Im Vorjahr lag der EBIT bei null. 2011 stieg die EBIT-Marge dann mit 2,1% wieder in die Profitabilitätszone.

Kleinste Division Mlog als einzige unprofitabel
Kardex Mlog erreichte ein Umsatzvolumen von 73,4 Mio EUR, was einer Zunahme von 88% entspricht. Allerdings war die Division auf operativer Ebene immer noch nicht profitabel: Der EBIT verschlechterte sich auf Minus 2,4 Mio EUR, nachdem bereits im Vorjahr mit -1,7 Mio ein negativer EBIT ausgewiesen werden musste. Die entsprechende Marge lag bei -3,3% nach 6,1% im Vorjahr.

Ausblick auf 2012 optimistisch
Für das Geschäftsjahr 2012 zeigt sich Kardex optimistisch. Insbesondere stimme der hohe Auftragsbestand zuversichtlich. Die Geschäftsführung rechne deshalb mit einem erneut höheren Umsatzvolumen und einer weiteren Verbesserung der Profitabilität. Zudem strebe das Management die Balance zwischen einer weiteren, konsequenten Senkung der Kosten in allen Geschäftsbereichen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung von Innovationskraft und intensiver Marktbearbeitung an. (awp/mc/upd/ps)

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