KOF entwickelt Jugendarbeitslosigkeit-Index

Jugendarbeitslosigkeit

(Foto: ehrenberg-bilder – Fotolia.com)

Zürich – Die Situation von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt unterscheidet sich weltweit stark. Die Quote der Jugendarbeitslosigkeit, die üblicherweise zu Einschätzungen herangezogen wird, bildet die Situation der Jugendlichen jedoch ungenügend ab. Deshalb hat die KOF einen neuen Index zur Situation von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt entwickelt: den KOF Jugendarbeitsmarktindex. Der Index hat für die Schweiz auf einer Skala von 0 – 7 Indexpunkten den hohen Wert von 5.61, während er in der EU bei nur 4.68 liegt.

Die Situation von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt hat sich seit der Finanzkrise teilweise dramatisch verschlechtert. So lag die Arbeitslosenquote von Jugendlichen in Spanien und Griechenland im Jahr 2012 bei über 50%. In anderen Ländern, wie z.B. Österreich oder Deutschland, sank der Anteil der arbeitslosen Jugendlichen zwischen 2006 und 2012 dagegen. Diese Unterschiede werfen die Frage auf, welche Faktoren für diese unterschiedliche Entwicklung verantwortlich sind. Sind die Unterschiede nur konjunkturell bedingt oder gibt es auch strukturelle Gründe, wie z.B. die Arbeitsmarktregulierung und das Bildungssystem?

Quote allein bildet die verschiedenen Dimensionen ungenügend ab
Zur Beantwortung dieser Frage muss einerseits die Situation von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt charakterisiert werden. Zum anderen müssen die Ursachen für die unterschiedliche Situation erforscht werden. Die Arbeitslosenquote alleine kann die verschiedenen Dimensionen der Situation von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt nicht umfassend darstellen. Die KOF hat deshalb den KOF Jugendarbeitsmarktindex entwickelt. Dieser zeigt die komplexe Struktur der Situation von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt und erlaubt eine tiefer gehende Analyse der Probleme in 178 Ländern. Der Index setzt sich aus den vier Dimensionen «Activity Status» (Beschäftigungsstatus), «Working Conditions» (Arbeitsqualität), «Education» (Bildungssystem) und «Transition Smoothness» (Leichtigkeit des Arbeitsmarkteintrittes) zusammen, denen insgesamt 12 Indikatoren zugeordnet sind.

Index bestätigt bessere Situation für Jugendliche in der Schweiz
Die verschiedenen Indikatoren werden in einer einzelnen Kennziffer aggregiert. Für die Schweiz erreichte der Index im Jahr 2012 auf einer Skala von 0–7 Indexpunkten den hohen Wert von 5.61, der in den letzten Jahren erfreulich stabil geblieben ist. Der Index für die EU hat sich zwischen 2007 und 2012 hingegen von 4.97 auf 4.68 reduziert.

Die Daten sind für den Zeitraum 1991 bis 2012 auf der Basis der Daten der internationalen Organisationen ILO, OECD und Eurostat aufbereitet worden und werden von der KOF jährlich aktualisiert. Der Index steht den Nutzern auf der Website der KOF als interaktives Webtool zur Verfügung. (KOF/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.