KOF erwartet 2015 Rückgang der Logiernächte um 0,5%

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(Foto: hotelleriesuisse)

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Zürich – Die Frankenaufwertung und der starke Rückgang bei den russischen Gästen haben sich in der Schweizer Tourismuswirtschaft bemerkbar gemacht. Nach zwei Jahren der leichten Erholung wird es in diesem Jahr zu einem moderaten Rückgang der Hotellogiernächte kommen. Gemäss Prognose beträgt der Rückgang im Tourismusjahr 2015 -0.6%. Für das Tourismusjahr 2016 rechnet die KOF wieder mit einem moderaten Anstieg der Logiernächte von 0.8%. Die KOF erstellt neu halbjährlich im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) Prognosen für den Schweizer Tourismus.

Wintersaison 2014 / 2015: Stagnation der Logiernächte
Die Frankenaufwertung im Januar dieses Jahres und der starke Rückgang bei den russischen Gästen haben sich in der Schweizer Tourismuswirtschaft in der vergangenen Wintersaison bemerkbar gemacht. Die aktuelle Schätzung geht von einer Stagnation der Hotellogiernächte in der Wintersaison aus. Während die touristische Nachfrage der inländischen Gäste noch robust war, hat sich die Auslandsnachfrage, insbesondere der Gäste aus dem Euroraum verschlechtert.

Sommersaison 2015: Rückgang der inländischen und ausländischen Nachfrage
Für die Sommersaison 2015 rechnet die KOF mit einem Rückgang der Logiernächte um 1%. Dabei wird ein Rückgang der Logiernächte der Inländer wie auch der ausländischen Gäste erwartet. Bei den Inländern drückt die sich abschwächende Inlandskonjunktur im Zuge der Frankenaufwertung auf die Stimmung im privaten Konsum und somit auch auf die Tourismusausgaben. Die Übernachtungszahlen der ausländischen Gäste sinken je nach Herkunftsland zum Teil signifikant. Ein Teil des Nachfragerückgangs der europäischen Gäste kann jedoch mit einer höheren Anzahl von Logiernächten der Gäste aus den asiatischen und amerikanischen Fernmärkten kompensiert werden.

Touristische Wertschöpfung
Die Bruttowertschöpfung des Tourismus wird sich im laufenden wie auch im kommenden Jahr leicht verschlechtern. Die Prognose geht von einem Rückgang von -2.1% in diesem Jahr und -1.1% im nächsten Jahr aus. So schmälern Preissenkungen, um insbesondere gegenüber dem europäischen Ausland konkurrenzfähig zu bleiben, bei kurzfristig wenig reagibler Kostenstruktur die Margen der touristischen Betriebe.

Fokus Wechselkurs
In einer Spezialanalyse wurde empirisch untersucht, wie die Nachfrage nach Hotellogiernächten auf eine Veränderung des Wechselkurs reagiert. Wie die Ergebnisse zeigen, reagiert die Nachfrage in den alpinen Bergregionen und im Tessin stärker auf Wechselkursänderungen als die Nachfrage in den Städten. Neben der Wechselkursentwicklung spielt die konjunkturelle Lage in den Herkunftsländern eine wichtige Rolle. Die Hypothese, dass die Logiernächte in höher klassifizierten Hotels weniger stark auf eine Frankenaufwertung reagieren als die Logiernächte in Hotels in tieferen Sternekategorien, konnte nicht bestätigt werden. (KOF/mc/ps)

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