KOF Konjunkturbarometer erstmals wieder negativ

Barometer

Zürich – Das Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle KOF (ETH Zürich) ist im Januar 2012 auf -0,17 Zähler weiter gesunken. Damit hat das Barometer erstmals seit August 2009 wieder einen negativen Wert erreicht. Das Barometer signalisiere, dass das Wachstum der Schweizer Wirtschaft im Vorjahresvergleich in den nächsten Monaten leicht sinken werde, teilte die KOF am Freitag mit.

Das Barometer liegt damit knapp im Rahmen der Prognosen. Von AWP befragte Ökonomen hatten für den Berichtsmonat einen Stand im Bereich von -0,20 bis +0,30 Punkten geschätzt. Im Vergleich zum Dezember-Wert von +0,01 beträgt der Rückgang im Januar 0,18 Stellen. Die Stärke des Rückgangs des Konjunkturbarometer habe allerdings etwas nachgelassen, so die KOF weiter. Im Dezember betrug der Rückgang gegenüber November 0,33 Punkte, in den Monaten davor 0,41 bzw. 0,46 Punkte.

Modul «Kern-BIP» fällt weiter ins Negative
Das Konjunkturbarometer basiert auf einem multisektoralen Design mit drei Modulen. Deren Entwicklungen tragen folgendermassen zur Gesamtentwicklung des Barometers bei: Das Modul «Kern-BIP» (Gesamtwirtschaft ohne Baugewerbe und Kreditgewerbe) ist weiter ins Negative gefallen, jedoch weniger stark als im Dezember. Das Modul «Baugewerbe» verschlechterte sich weiter und sank auf null. Lediglich das Modul «Kreditgewerbe» verharrt noch im positiven Bereich, es entwickelt sich aber weiterhin seitwärts.

Messmodell «Schweizer Konsum» stagniert
Das Modul «Kern-BIP», das gut 90% der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung umfasst, dominiert das KOF Konjunkturbarometer. Die ihm zugrundeliegenden Messmodelle sind «Schweizer Industrie», «Schweizer Konsum» und «Exportdestination EU». Sie alle bewegen sich klar im negativen Bereich. Bei den Messmodellen «Schweizer Industrie» und «Exportdestination EU» hat sich laut KOF im Januar 2012 die negative Dynamik etwas abgeschwächt, beim Messmodell «Schweizer Konsum» setzte sich der Abwärtstrend nicht mehr weiter fort. (awp/mc/ps)

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