KOF: Konjunkturexperten rechnen für 2015 mit sinkenden Langfristzinsen

Zinspolitik
(Bild: Alexandr Mitiuc - Fotolia.com)

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Zürich – Die von der KOF im Dezember befragten Konjunkturexperten haben ihre Erwartungen für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft im kommenden Jahr nur wenig revidiert. Für 2015 prognostizieren sie eine Zunahme des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1.8%, nach 1.9% in der letzten Umfrage vom Oktober. Für das zu Ende gehende Jahr wird nun ein BIP-Anstieg von 1.8% (Oktober: 1.7%) veranschlagt. Wachstumstreiber im kommenden Jahr bleiben die Exporte. Die Erwartungen für die langfristigen Zinsen haben sie nach unten korrigiert.

Für das zu Ende gehende Jahr veranschlagen die von der KOF befragten Ökonomen mit einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1.8% eine höhere Wachstumsrate als noch im Oktober (1.7%). Für 2015 haben sich die Einschätzungen der Prognostiker für die Zunahme des Bruttoinlandprodukts geringfügig verringert, von vormals 1.9% auf nun 1.8%. Haupttreiber dieser leichten Abwärtskorrektur sind die realen Bau- und Ausrüstungsinvestitionen. Für das ablaufende Jahr wurde das Wachstum der Investitionen von 1.8% auf 1.6% nach unten korrigiert, für das kommende Jahr erwarten sie nun 2.0% gegenüber 2.2% in der vergangenen Umfrage.

Höheres Export-Wachstum prognostiziert
Das Wachstum der Exporte wurde im Durchschnitt für 2014 von 2.8% auf 3.2% erhöht, für 2015 liegt der erwartete Anstieg nun bei 3.5% (Oktober: 3.3%). Die durchschnittlichen Prognosen für die Entwicklung der Konsumentenpreise bleiben bei einer Stagnation für 2014 mit 0% (Oktober: 0.1%) und einem leichten Preisanstieg im kommenden Jahr von 0.3% (Oktober: 0.5%). Die Erwartungen an die Entwicklung der Arbeitslosenquote sind gegenüber der Vorumfrage nahezu unverändert: Der Consensus-Wert für die Arbeitslosenquote für 2014 und 2015 liegt bei jeweils 3.2% (Oktober: 3.2% respektive 3.1%).

SPI längerfristig bei 9300 Punkten erwartet
Die Börsenentwicklung wird langfristig weiterhin positiv eingeschätzt. In drei Monaten liegt der neue Consensus-Wert für den Swiss Performance Index (SPI) den Auguren zufolge bei ca. 9100 Punkten. Längerfristig erwarten die Wirtschaftsexperten einen Anstieg auf beinahe 9300 Punkte. Die Einschätzungen bezüglich des Wechselkurses des Frankens gegenüber dem Euro bleiben im Vergleich zur Befragung im Oktober nahezu unverändert. In drei Monaten wird eine durchschnittliche Erwartung eines Kurses von 1.21 Franken pro Euro abgegeben, für den Zeitraum in 12 Monaten liegen die Erwartungen bei 1.20 Franken pro Euro (Oktober: 1.22). Beim Franken/Dollarkurs rechnen die Experten in drei Monaten mit 99 Rappen pro Dollar. Längerfristig (in zwölf Monaten) dürfte der Franken gegenüber dem Dollar bei 1.01 Franken pro Dollar stehen.

Zinsen bleiben tief
Beinahe unverändert belassen haben die von der KOF befragten Ökonomen ihre Prognose für die kurzfristigen Zinsen mit einem Wert von 0.03% in drei Monaten und von 0.06% in zwölf Monaten (Oktober-Umfrage: 0.02% in drei Monaten und 0.06% in zwölf Monaten). Weiterhin wird nicht mit einer Abkehr von der expansiven Geldpolitik in der kurzen Frist gerechnet. Ihre Erwartungen für die Entwicklung der langfristigen Zinsen haben die Wirtschaftsexperten gesenkt: Für den Kassazins der 10-jährigen Bundesobligation rechnen sie neu mit 0.5% in drei Monaten und 0.8% in zwölf Monaten (Oktober: 0.7% in drei Monaten sowie 1.1% in 12 Monaten). (KOF/mc/pg)

Am Consensus Forecast der KOF nahmen 21 Ökonomen teil. Sie prognostizieren für 2014 und 2015 zum einen gesamtwirtschaftliche Daten (Wachstum des BIP, der Bau- und Ausrüstungsinvesti – tionen, Entwicklung des Preisniveaus und der Arbeitslosenquote), zum anderen Finanzmarktgrössen (kurz- und langfristige Zinsen, Wechselkurse, Börsenentwicklung). Der Consensus Forecast ergibt sich aus den gemittelten Antworten. Der Consensus Forecast nutzt die Erfahrungen von Ökonomen aus Wirtschaft, Verwaltung und Hochschulen zur Prognose der Wirtschaftsentwicklung. Die Expertenbefragung ist nicht mit der Konjunkturprognose der KOF zu verwechseln. Diese erscheint am 17. Dezember 2014.

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