KOF-Ökonomen schätzen Arbeitsmarktentwicklung positiver ein

Arbeit
(Photo by Charles Koh on Unsplash)

Zürich – Schweizer Konjunkturexpertinnen und –experten sind hinsichtlich der Entwicklung am Arbeitsmarkt sowie für die wirtschaftliche Entwicklung optimistischer geworden. Sie prognostizieren eine Arbeitslosenquote von 3.1% im Jahr 2021 sowie 3% im Jahr 2022. Bei der letzten Umfrage zum KOF Consensus Forecast vom März 2021 lag die erwartete Arbeitslosenquote noch bei 3.6% (2021) beziehungsweise 3.3% (2022).

Die Expertenbefragung ist nicht mit der Konjunkturprognose der KOF zu verwechseln. Die KOF veröffentlichte ihre jüngste Konjunkturprognose am 22. Juni 2021.

Konjunktur
Die von der KOF im Rahmen des KOF Consensus Forecasts befragten Ökonominnen und Ökonomen schätzen die wirtschaftliche Entwicklung im aktuellen Jahr positiver ein als noch in der letzten Befragung vom März 2021. Sie gehen von einem Anstieg des realen Bruttoinlandprodukts (BIP) von 3.5% aus und revidieren somit ihre Prognose im Vergleich zum März 2021 nach oben (3.3%). Die Consensus-Prognose der realen Exporte für das Jahr 2021 wird von 4.9% im März auf nun 7.1% nach oben revidiert. Auch die Einschätzung der realen Bauinvestitionen fällt mit einem Anstieg um 1.8% günstiger aus als noch im ersten Quartal (1.4%). Lediglich die Einschätzung der realen Ausrüstungsinvestitionen ist mit 4.1% etwas verhaltener als zu Beginn des Jahres (4.5%).

Die Aussichten der Konjunkturauguren für das kommende Jahr haben sich kaum verändert. Die Prognose des realen BIP liegt weiterhin bei 2.8% und auch jene für das erwartete langfristige Wirtschaftswachstum ist unverändert bei 1.5%. Ebenso ist die Einschätzung der realen Ausrüstungsinvestitionen (3.0%) sowie der realen Exporte (5.0%) im Jahr 2022 nahe an der Consensus-Prognose vom ersten Quartal. Allerdings hellen sich die Erwartungen bezüglich der Entwicklung der realen Bauinvestitionen im Jahr 2022 auf. Die Umfrageteilnehmenden gehen nun von einem Anstieg um 1.2% aus, während der Consensus-Wert im März noch bei 0.6% lag.

Die kurzfristige Prognose der Veränderung der Konsumentenprise liegt bei 0.5% für das Jahr 2021 sowie 0.7% für das Jahr 2022. Somit liegt die erwartete Teuerung über der Prognose vom ersten Quartal (2021: 0.3%, 2022: 0.6%). Nachdem die langfristigen Inflationserwartungen während der Pandemie zeitweise auf 0.8% gefallen und in der letzten Umfrage im März auf 1.3% gestiegen waren, sind sie diesmal leicht auf 1.1% gesunken. Auch die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Teuerung in fünf Jahren verschiebt sich gegenüber März leicht nach links.

Finanzmärkte
Die Mehrheit der Umfrageteilnehmenden geht davon aus, dass die kurzfristigen Zinsen des 3-Monats-Libor sowohl in 3 als auch 12 Monaten bei -0.7% liegen werden. Hingegen prognostizieren die Ökonominnen und Ökonomen einen Anstieg der langfristen Zinsen im Verlauf des nächsten Jahres. Der Consensus-Wert der 10-jährigen Bundesobligationen in 3 Monaten liegt bei -0.13, während er auf -0.04 in 12 Monaten angestiegen ist.

Die Konjunkturexpertinnen und –experten prognostizieren nach wie vor eine stabile Entwicklung des Schweizer Frankens sowohl gegenüber dem Euro als auch dem US-Dollar. Die Consensus-Prognose liegt bei 1.10 CHF/EUR, beziehungsweise 0.9 CHF/USD sowohl in 3 als auch 12 Monaten. Die Prognostiker und Prognostikerinnen erwarten einen Anstieg des Swiss Performance Index (SPI) auf rund 14700 Punkte in 3 Monaten und auf 14800 Punkte in einem Jahr. (KOF/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.