Komax erholt sich – will aber weiter sparen und baut Stellen ab

Matijas Meyer
Matijas Meyer, CEO der Komax Gruppe. (Foto: Komax)

Dierikon – Der Maschinenbauer Komax rechnet in der zweiten Jahreshälfte nach einem schwachen ersten Halbjahr mit einer Steigerung der Ergebnisse. Komax will aber trotz den Aufhellungen am Markt weiter sparen und plant den Abbau zusätzlicher Stellen.

Die Marktsituation habe sich zuletzt Monat für Monat verbesset, teilte Komax am Donnerstagabend, und damit kurz vor dem am Freitag geplanten Investorentreffen, mit. Im zweiten Halbjahr rechne man daher mit einer Verbesserung bei Umsatz und Ergebnis.

Schwaches erstes Halbjahr
Der Hersteller von Maschinen zur Kabelverarbeitung hatte im ersten Semester den Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie deutlich zu spüren bekommen. Die Innerschweizer erwirtschaften einen Grossteil des Umsatzes mit Kunden aus dieser Branche.

Daher überraschte es nicht, dass das Unternehmen Mitte August für die ersten sechs Monate 2020 einen Einbruch des Umsatzes um 29 Prozent auf 145 Millionen Franken und ein negatives operatives Ergebnis vermelden musste. Der EBIT lag mit 4,7 Millionen im Minus.

Auf den Markteinbruch hat man bei Komax reagiert und die Kosten gesenkt. Zudem habe sich die Marktsituation für viele Automobilwerke seit der wochenlangen Schliessung etwas aufgehellt und seit Mitte Jahr schrittweise verbessert.

Dank dieser Erholung geht Komax nun davon aus, dass das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT im zweiten Halbjahr in etwa ausgeglichen sein wird. Und auch umsatzseitig sei ein Steigerung zu erwarten, so dass die Verkäufe im Gesamtjahr 2020 mindestens die Marke von 300 Millionen Franken erreichen dürfte. Im vergangenen Jahr lag dieser noch bei 418 Millionen.

Weiterer Stellenabbau
Die Lage bleibe aber angespannt und vieles hänge davon ab, dass der weitere Verlauf der Pandemie die Lieferfähigkeit der Firma nicht noch einmal beeinträchtige, warnt Komax. Und da es sich abzeichne, dass das Volumengeschäft im kommenden Jahr das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht, werde man die Kosten weiter senken.

Im schwierigen Marktumfeld fallen bei Komax zahlreiche Stellen zum Opfer. Bis zum Abschluss der Restrukturierung dürften rund 10 Prozent der weltweit 2’211 Stellen von Ende 2019 verloren gehen. Seit Anfang seien bereits 150 Stellen gestrichen worden, heisst es.

Da bislang vor allem im Ausland der Stellenetat gekürzt wurde, dürfte der nun noch ausstehende Personalabbau in erster Linie auf die Kosten der Angestellten in der Schweiz gehen. Hier plant Komax den Abbau von rund 10 Prozent der aktuellen Belegschaft mit 660 Mitarbeitenden. Lernende seien davon nicht betroffen.

Das Konsultationsverfahren zum Stellenabbau in der Schweiz soll am Freitag gestartet werden. Und falls der Abbau umgesetzt werde, würden 2020 wohl nur noch wenige Mitarbeitenden in Kurzarbeit arbeiten, heisst es. (awp/mc/pg)

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