Konglomerat Tyco spaltet sich auf

Ed Breen

Tyco-CEO Ed Breen.

Schaffhausen – Der 100’000 Mitarbeiter starke Mischkonzern Tyco wird zerschlagen. Aus dem weit verzweigten Konglomerat entstehen drei neue Unternehmen: eines für Alarmanlagen in Eigenheimen und Kleinbetrieben, eines für Feuerschutz und Sicherheitstechnik für Unternehmen und Behörden sowie eines für Ventile und Steuerungstechnik.

«Alle drei Unternehmen werden führende Positionen in ihrer Branche einnehmen», sagte Konzernchef Ed Breen am Montag. Binnen eines Jahres will er die Aufspaltung durchziehen – wenn die Aktionäre dem Plan zustimmen. Das scheint aber sicher: Im frühen New Yorker Handel legte die Aktie um 4 Prozent zu. Die Idee hinter der Aufspaltung ist, dass einzelne, spezialisierte Firmen sich besser entwickeln als unübersichtliche Riesen. Auch der Lebensmittel-Multi Kraft, der Ölkonzern ConocoPhillips oder die S&P-Mutter McGraw-Hill zerlegen sich gerade selbst. Technisch funktioniert das in der Regel so, dass die Aktionäre einfach Anteilsscheine an den neuen Firmen erhalten – so auch bei Tyco.

Unternehmenssitz in Schaffhausen
Die Wurzeln von Tyco liegen in den USA, das Konglomerat hat seinen Sitz aber in Schaffhausen in der Schweiz. Negative Schlagzeilen machte Tyco durch krumme Geschäfte des damaligen Konzernchefs L. Dennis Kozlowski, der die Gesellschaft gemeinsam mit anderen Spitzenmanagern ausgeplündert und den Aktienkurs künstlich nach oben getrieben hatte. In der Folge wurde Tyco 2007 schon einmal in drei Teile zerschlagen. Im April hatte es Spekulationen gegeben, der französische Elektronikkonzern Schneider Electric wolle Tyco übernehmen. Derzeit ist der Mischkonzern 21 Milliarden Dollar (15 Mrd Euro) an der Börse wert. (awp/mc/ps)

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