Konjunktur-Erwartungen hellen sich etwas auf

Konjunktur CH

Zürich – Die Erwartungen von Ökonomen und Analysten über den weiteren Verlauf der Schweizer Konjunktur in den kommenden sechs Monaten haben sich im Januar 2012 etwas verbessert. So wies der von der Credit Suisse (CS) und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berechnete ZEW-Indikator im Berichtsmonat einen Wert von -50,1 Punkten auf und liegt damit deutlich über den -72,0 Punkten des Vormonats. Dies ist der grösste Anstieg seit April 2011 und der höchste Stand seit Juni 2011, wie die Grossbank am Mittwoch mitteilte.

Von den befragten Finanzmarktexperten erwarteten diesen Monat 6,2% (+4,2 Prozentpunkte) eine Verbesserung der Konjunktursituation, während eine deutliche Mehrheit von 56,3% (-17,7 Prozentpunkte) von einer Verschlechterung ausgeht. Der CS ZEW-Indikator ergibt sich aus dem Saldo der Antworten „Verbessern“ und „Verschlechtern“ (6,2 minus 56,3 ergibt -50,1).

Skepsis überwiegt

Insgesamt bleiben damit die Finanzmarktexperten hinsichtlich des weiteren Konjunkturverlaufs in der Schweiz pessimistisch, auch wenn inzwischen eine grössere Anzahl von Analysten der Meinung ist, dass der konjunkturelle Tiefpunkt erreicht ist. So gaben 37,5% der Befragten an, dass sie auf 6-Monats-Sicht keine Veränderung des konjunkturellen Umfelds erwarten. Die Einschätzung der aktuellen Konjunktursituation verbesserte sich leicht um 5,3 auf -14,7 Punkte. Aber nach wie vor schätzen nur 4,1% (-1,9 Punkte) der Umfrageteilnehmer die konjunkturelle Lage in der Schweiz als „gut“ ein; 18,8% (-7,2) bezeichnen sie als „schlecht“. Mehr als drei Viertel der befragen Analysten schätzen die aktuelle Konjunkturlage als „normal“ ein.

Inflation: Mittelfristig keine Änderungen erwartet

Eine grosse Mehrheit der Befragten (67%) geht weiter davon aus, dass die Inflation in den nächsten sechs Monaten auf ihrem aktuellen Niveau verharren wird. Etwas mehr Befragte als im Vormonat erwarten einen weiteren Rückgang der Inflationsrate (21%). 13% erwarten über die kommenden Monate eine Beschleunigung. Die befragten Analysten gehen ausserdem fast einhellig (96%) davon aus, dass die kurzfristigen Zinsen in den nächsten sechs Monaten extrem niedrig bleiben.

Mehrheit rechnet mit stabilem Währungspaar

54% der Umfrageteilnehmer rechnen über den Prognosezeitraum mit einem stabilen Euro-Franken-Kurs. Nur 15% prognostizieren eine Aufwertung des Frankens, während 31% davon ausgehen, dass der Franken in den nächsten sechs Monaten gegenüber dem Euro abwerten wird. Die Umfrage wurde zwischen dem 02. und 13.Januar 2012 durchgeführt, 49 Analysten beteiligten sich daran. (awp/mc/ps)

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